Leere Ränge, Insolvenz, hohe Kosten - die Baustellen des CFC

Die Gesellschafter haben bei einem Fantreffen ihre Sorgen benannt - und Details zum neuen Insolvenzplan bekanntgegeben. Der hat einen Haken.

Insolvenzverfahren: Insolvenzverwalter Klaus Siemon hat im September einen neuen Insolvenzplan eingereicht. Wird dieser angenommen und alle darin vorgesehenen Bedingungen werden erfüllt, endet das Insolvenzverfahren. Das Insolvenzgericht habe den Plan geprüft, aber noch nicht entschieden, ob er zugelassen wird, teilt eine Sprecherin des Amtsgerichts mit. Das Gericht sehe noch Klärungsbedarf und habe den Insolvenzverwalter eine Frist für eine Stellungnahme gesetzt, ergänzt sie. Details nennt sie nicht. Dafür erläuterten Gesellschafter der CFC GmbH bei einem Treffen mit Fans am Mittwochabend, was der Plan vorsieht. Derzeit sind 11Prozent der GmbH-Anteile in Besitz der Gesellschafter, 51 Prozent müssen beim Verein verbleiben. Siemon setze darauf, dass die Gesellschafter auch die restlichen 38 Prozent noch erwerben. So könnten 380.000 Euro für die Insolvenzmasse eingenommen und für die Auszahlung der Gläubiger verwendet werden. Laut Gesellschafter Olaf Pönisch stellt Siemon aber eine weitere Forderung: Die Gesellschafter sollen demnach eine Garantie für die Übernahme von Siemons Vergütung und von Gerichtskosten abgeben. "Das macht niemand", so Pönisch. Um die Insolvenz zu beenden, seien deswegen zwischen 500.000 und einer Million Euro nötig, sagte Gesellschafter Jürgen Thomas. Eine Anfrage, ob er diese Forderung stellt, ließ Siemon unbeantwortet.

Personalkosten: Der Verein muss nach Angaben der Gesellschafter nicht nur die Gehälter von Ex-Geschäftsführer Thomas Sobotzik und Ex-Chefcoach David Bergner, die zurückgetreten sind, bezahlen. Auch das Gehalt von Ex-Co-Trainer Sreto Ristic müsse weiter überwiesen werden. Er ist freigestellt und hat sich nach der Verpflichtung des neuen Cheftrainers Patrick Glöckner für einen Fußballlehrer-Lehrgang eingeschrieben. Geschäftsführer Uwe Hildebrand sagte, man habe aufgrund ihrer Verträge keine andere Wahl, als sie weiter zu bezahlen: "Das sind Profis, die kündigen nicht einfach." Zwinge man sie weiterzumachen, könnten sie Schaden anrichten. Alle drei hätten Verträge bis Sommer 2021. Man versuche nun, auf juristischem Weg die Zahlung der Gehälter zu beenden beziehungsweise zu verringern. Nach "Freie Presse"-Informationen steht der CFC dabei vor einer Einigung mit Sobotzik. Der Ex-Geschäftsführer war nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Offen ist zudem, ob der CFC weiterhin den entlassenen Ex-Kapitän Daniel Frahn bezahlen muss. Er streitet sich vor Gericht mit dem Club.

Zuschauerinteresse: Einnahmen aus Eintrittsgeldern sind ein wichtiger Bestandteil des Etats. Allerdings kamen bislang - auch aufgrund des zeitweisen Fan-Boykotts - deutlich weniger Zuschauer als erhofft ins Stadion. Laut Gesellschafter Jürgen Thomas waren im Durchschnitt 5200 Gäste bei Liga-Heimspielen dabei. Kalkuliert habe man vor der Saison mit 6500 Zuschauern pro Begegnung. Nimmt man den günstigsten Ticketpreis (13 Euro für Vollzahler) als Basis, fehlen dem Club nach sechs Heimspielen somit mindestens 100.000 Euro gegenüber der Planung. Weil sich auch die Suche nach Sponsoren den Gesellschaftern zufolge sehr schwierig gestaltet, ist die Finanzsituation weiter angespannt.

Mitgliederversammlung: Seit vergangener Woche hat der CFC mit dem gerichtlich bestellten Notvorstand wieder ein handlungsfähiges Gremium. Dem gehören der ehemalige Chemnitzer Oberstaatsanwalt Siegfried Rümmler sowie die Unternehmer und Gesellschafter Romy Polster und Udo Pfeifer an. Hauptaufgabe des Notvorstands ist die Organisation der Mitgliederversammlung. Der Ehrenratsvorsitzende Jürgen Rotter äußerte die Hoffnung, dass die Versammlung noch dieses Jahr stattfindet. Das ist möglich: Die Frist zur Einladung beträgt drei Wochen. Er spreche bereits mit Kandidaten, die sich freiwillig für ein Engagement im Aufsichtsrat gemeldet haben, so Rotter. "Das Interesse hält sich aber in Grenzen." Nicht für den Aufsichtsrat nominiert werden sollen ihm zufolge Romy Polster und Udo Pfeifer, weil sie bereits dem Notvorstand angehören. Die Gesellschafter sollen neben Fans und Mitgliedern aber großen Stimmenanteil in den Gremien bekommen, sagte Rotter. Den forderten sie beim Fan-Stammtisch auch erneut ein. "Wir wollen am Hebel sitzen, ein bisschen die Kontrolle haben und nicht nur zugucken", so Jürgen Thomas.

Nachwuchsleistungszentrum: Dem sportlichen Leiter des Nachwuchsleistungszentrums (NLZ) Wolfgang Grunert zufolge muss der CFC bis Anfang November Unterlagen beim DFB einreichen, die die Leistungsfähigkeit des NLZ belegen. Dazu gehörten gültige Verträge für den Leiter, Trainer und Physiotherapeuten. Da das NLZ unter dem Dach des Vereins betrieben wird, kann nur der nun eingesetzte Notvorstand solche Verträge abschließen.

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