Lesungen statt Leerstand - Konzept für mehr Kulturleben

Ein geschlossener Markt in Hartmannsdorf soll künftig anders genutzt und so die Arbeit von Vereinen gefördert werden. Mehr Platz für Modelleisenbahner und Kaninchenzüchter sind längst nicht alle Ziele.

Hartmannsdorf.

Seit vielen Jahren steht der ehemalige Plus-Lebensmittelmarkt in Hartmannsdorf leer. Die Gemeinde hat Bibliothek und Heimatmuseum in den Gebäudekomplex zwischen Carl-Kirchhof-, Geschwister-Scholl- und Limbacher Straße verlegt. Die beiden Einrichtungen hatten ihr früheres Domizil in der Schulstraße 20a verlassen müssen, weil der Hort mehr Platz brauchte. Ein Bereich im Haus ist laut Bürgermeister Uwe Weinert (CDU) zudem an einen Motorradhändler vermietet.

Zur jüngsten Gemeinderatssitzung schlug der Ortschef ein Konzept für die Umnutzung des früheren Verkaufsraumes und weiterer leerstehender Bereiche vor. Er regte an, die Ladenfläche in ihrer bisherigen Größe zu belassen. Nur die Einbauten sollten entfernt werden. Nach Sanierungs- und Reparaturarbeiten könne der Raum für die Ausstellungen der Kaninchenzüchter und der Modelleisenbahnfreunde genutzt werden, so Weinert. Die beiden Hartmannsdorfer Vereine haben ihre jährlichen Veranstaltungen bislang in der Turnhalle an der Turnstraße und im Bürgersaal organisiert. Für den Bürgersaal hat die Gemeinde jedoch in diesem Jahr den Mietvertrag nicht weiter verlängert. Die alte Vereinsturnhalle soll durch einen moderne Zweifeld-Sport- und Mehrzweckhalle ersetzt werden, die der Ort für rund 5,5 Millionen Euro gegenüber dem Freibad bauen will.

Ein Raum im ehemaligen Marktgebäude soll laut Weinert Jugendlichen aus dem Ort zur Nutzung überlassen werden. Bei Gesprächen am Jugendstammtisch, den die Gemeinde initiiert hat, sei von jungen Leuten Interesse an einem Treffpunkt bekundet worden, so der Ortschef. Mit einigen von ihnen habe er einen geeigneten Raum im Objekt besichtigt. Bis Mitte Oktober sollen die Jugendlichen ihre Vorschläge zur Gestaltung und Einrichtung machen. Wie Weinert gegenüber der "Freien Presse" erklärte, erwartet er, dass eine Gruppe von etwa fünf oder sechs Jugendlichen die Initiative übernimmt. "Vor allem Zwölf- bis 18-Jährige wünschen sich einen Freizeittreff", sagte er. Im Winterhalbjahr könnte dieser seiner Ansicht nach hergerichtet werden. Sorgen von Gemeinderäten, die an Probleme mit den Nutzern eines früheren Jugendklubraumes erinnerten, sah Weinert als unbegründet an. "Damals ist manches ausgeartet. Jetzt wissen wir, wie es läuft. Wir werden auf jeden Fall einen Pädagogen einsetzen, der den Treff betreut", erklärte er.

Die Bibliothek könnte nach Ansicht des Ortschefs ein Mitnutzer des neu ausgestatteten Raumes werden. Denn bei Veranstaltungen wie Lesungen fühlten sich die Besucher in den Büchereiräumen oft sehr beengt.

Mit den Musikvereinen des Ortes laufen laut Weinert derzeit Gespräche, ob sie ihre Vereins- und Probenräume ebenfalls in das Gebäude verlegen. Derzeit haben die Hartmannsdorfer Schalmeienzunft, der Musikverein Young Life und der Gesangverein ihr Domizil noch im ehemaligen Schleifmaschinenwerk. Weinert kündigte an, er werde sich bei der kommenden Haushaltsdebatte dafür einsetzen, dass 2020 Geld für die Neunutzung des ehemaligen Plus-Marktes eingeplant wird.

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