Lichtenau will neues Bauland in Krumbach ausweisen

In der Gemeinde ist der Bedarf an Grundstücken größer als das Angebot. Jetzt gibt es eine Lösung in einem Ortsteil - doch der Verfahrensweg ist steinig.

Krumbach.

Mit neuem Bauland will der Gemeinderat von Lichtenau die Ortsentwicklung voranbringen. Denn der Bedarf an Grundstücken ist größer als das Angebot, hieß es zur jüngsten Sitzung. Das Gremium hat einstimmig eine sogenannte Ergänzungssatzung beschlossen, die eine weitere Bebauung an der Fabrikstraße im Ortsteil Krumbach möglich machen soll.

Nach Ansicht der Räte bietet sich die Fläche hinter dem ehemaligen Gasthof für Bauvorhaben an. "Neue Häuser an dieser Stelle passen in die vorhandene Bebauung, dadurch wird eine Lücke geschlossen", sagte Bürgermeister Andreas Graf (CDU). Gemeinderat Gert Eidam (Freie Wähler) geht davon aus, dass etwa vier Eigenheime auf der bisherigen Grünfläche Platz finden. "Wenn sich junge Leute ansiedeln, ist das in unserem Interesse", sagte er. Laut Hauptverwaltungsleiter Martin Lohse ist das Areal, das einem Ortsansässigen gehört, etwa 3400 Quadratmeter groß.


"Der Wunsch, die Ortslage an dieser Stelle abzurunden, kommt von den Einwohnern. Kaum jemand hätte Verständnis dafür, wenn wir darauf beharren, dass die Wiese Außengelände bleiben muss", erklärte Lohse die Baupläne. "Die Gemeinde hat kein Land, dass sie Bauwilligen anbieten kann", fügte Graf hinzu. Die private Initiative, an dieser Stelle Bauland zu schaffen, sei für die Gemeinde deshalb ein Gewinn und solle unterstützt werden, so Eidam. Mit der Entscheidung des Rates für den Satzungsentwurf sei der Weg grundsätzlich frei für die nächsten Schritte zur Verwirklichung von Bauvorhaben.

Zugleich komme es dabei schon auf Details an, ergänzte Bürgermeister Graf. Die Mitarbeiter im Landratsamt Mittelsachsen würden so ein Vorhaben kritisch betrachten. Ohne Zustimmung der Behörde dürften Flächen aus dem Außenbereich jedoch nicht in Bauland umgewandelt werden, erläuterte er. Die Satzung klagesicher zu formulieren, sei eine weitere Hürde, fügte er hinzu. Alles, was später zu Streit und teuren Auseinandersetzungen führen könnte, solle jetzt aufgeführt werden. Wer bauen will, solle beispielsweise darauf hingewiesen werden, dass es im Ort landwirtschaftliche Anlagen, Biogasproduktion und Kraftfahrzeugverkehr auf den Zufahrtswegen gibt, erläuterte der Ortschef. Die Entfernung zwischen dem künftigen Bauland und einem Rinderstall beträgt laut Hauptverwaltungsleiter Lohse etwa 130 Meter, der Abstand zur Biogasanlage sei reichlich doppelt so groß.

Vom 15. August bis zum 16. September soll der Entwurf zur Ergänzungssatzung in der Bauverwaltung im Lichtenauer Rathaus öffentlich ausgelegt werden. Zudem werden neben den Bürgern auch die Träger öffentlicher Belange beteiligt. Letztgenannte sind beispielsweise Verwalter öffentlicher Sachbereiche, insbesondere Behörden. Eingegangene Bedenken und Anregungen werden im Gemeinderat abgewogen, bevor weitere Entscheidungen fallen.

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