Lichtenau will Olipark attraktiver gestalten

Der Gemeinderat hat ein Einzelhandelskonzept beschlossen. Das verbietet aber manche Neuansiedlung in den Ortsteilen.

Lichtenau.

Die Gemeinde Lichtenau will mit einem neuen Einzelhandels- und Zentrenkonzept künftig ausschließlich das Einkaufszentrum Olipark weiterentwickeln. Neue Geschäfte sollen bald nur noch an diesem Standort erlaubt werden. Die Gemeinderäte haben in ihrer jüngsten Sitzung mehrheitlich für das Konzept gestimmt.

Sie wollen Einzelhandel und Dienstleistungen stärker als bisher an diesem Standort konzentrieren. Neben einem Mix aus Läden soll es gastronomische und Freizeitangebote geben. Erarbeitet und in der öffentlichen Sitzung vorgestellt worden ist das Konzept von Mitarbeitern der Leipziger Niederlassung einer Handelsberatungsgesellschaft aus München. Sie stellten dar, dass die Gemeinde so den Erhalt des Einkaufszentrums und damit die Versorgung der Einwohner mit Waren des täglichen Bedarfs und weiteren Konsumgütern und Dienstleistungen sichern kann. Ihre Erhebungen hatten ergeben, dass die Kaufkraft in Lichtenau zwar über der in anderen Orten in der Region liegt. "Am Bundesdurchschnitt gemessen, liegt die Kaufkraft bei 98 Prozent", sagte Hauptverwaltungsleiter Martin Lohse. Allerdings fließe ein erheblicher Teil des Geldes in die Kassen des Einzelhandels beispielsweise in Chemnitz, Mittweida und Frankenberg.

In Lichtenau wurden laut Erhebung im Untersuchungszeitraum binnen eines Jahres fast 44 Millionen Euro ausgegeben, davon mehr als die Hälfte für den kurzfristigen Bedarf. Die Verkaufsfläche wurde mit 7800 Quadratmetern ermittelt, die Anzahl der Einzelhandelsanbieter mit 35. Davon seien 18 im Olipark zu finden, dem 78 Prozent der Verkaufsfläche und 68 Prozent des Umsatzes zugeordnet wurden. "Spielraum nach oben" gibt es im Olipark aus Sicht der Berater vor allem bei Drogeriewaren. Ein Hotel und Freizeiteinrichtungen wie ein Fitnessstudio halten die Experten am Standort ebenfalls für sinnvolle Ergänzungen. Laut Lohse sollen die Möglichkeiten bei der künftigen Bauplanung geprüft werden.

Mit dem Ratsbeschluss wurde entschieden, dass Sortimente, die es im Olipark gibt, künftig vorzugsweise nur dort angeboten werden sollen. Bestehende Geschäfte dürften bleiben, doch Neueröffnungen seien nur noch in wenigen Fällen möglich, heißt es im Beschluss. So könnten beispielsweise noch Läden zur Nahversorgung mit einer geringen Verkaufsfläche, Bäcker, Fleischer und Blumengeschäfte in den Ortsteilen entstehen. Eine Modeboutique oder weitere Elektronik-, Fahrrad- und Möbelläden seien jedoch unerwünscht, so die Berater.

Was wäre, wenn ortsansässige Bürger ein Geschäft im eigenen Haus auf- oder ausbauen oder für diesem Zweck eine Immobilie im Ort kaufen wollten?, fragten Gemeinderäte. Wenn der Schwerpunkt auf Dienstleistungen liege, sei das nicht auszuschließen, lautete die Antwort. Gegen einen Onlineshop, der keine Verkaufsfläche brauche, komme die sogenannte Raumordnung ebenfalls nicht an. Darüber hinaus gelten Einschränkungen. Die künftige Bauleitplanung soll das berücksichtigen.

"Erfolgsgeschichten im Ort" sollten allerdings Bestandsschutz genießen. Unternehmen, die es betrifft, sind laut Lohse beispielsweise das Atelierhaus Werkraum mit kreativen Werkstätten und gestaltendem Handwerk sowie eine Fahrradmanufaktur im Ortsteil Garnsdorf. Die Antwort auf die Frage von Gemeinderat Frank Menzl (CDU), ob das Konzept einen Einkaufsmarkt in Ottendorf zulasse, war ein klares Nein. Falls die Verkaufsfläche einschließlich Theken und Eingangsbereich über 400 Quadratmetern liegen solle, komme das nicht infrage, so die Berater. Gemeinderat Jens Hermann (Freie Wähler) erfuhr, dass Start-ups, also Unternehmensgründungen mit einer neuen Geschäftsidee und hohem Wachstumspotenzial, "nicht an die Kette gelegt" werden sollen. Voraussetzung sei jedoch, dass sie nicht das Potenzial senken, das den Läden im Olipark schon jetzt nur in begrenztem Umfang zur Verfügung stehe.

"Wir wollen sichern, was wir haben", sagte Bürgermeister Andreas Graf (CDU). Die Kaufkraft soll nach dem Willen der Räte aus diesem Grund an den zentralen Versorgungsbereich gebunden sowie dieser entwickelt und um etwa 500 Quadratmeter Fläche erweitert werden. Das Olipark-Areal befindet sich laut Lohse in Privatbesitz. Verwaltet wird das Einkaufszentrum von einer Gesellschaft mit Büros in Berlin und München. Graf regte an, im Gemeinderat über ein Mobilitätskonzept nachzudenken. Dieses soll beinhalten, wie Kunden aus den Ortsteilen, darunter eine zunehmende Zahl betagter Menschen, zu dem zentralen Versorgungsbereich und nach dem Einkauf wieder nach Hause gelangen.

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