Limbacher Familientag - viel Lob, aber auch Kritik

Neue Angebote für Kinder sind sehr gut angenommen worden. Doch etwas sollte aus Sicht der Besucher bei einer Neuauflage unbedingt beachtet werden.

Limbach-Oberfrohna.

Eine bunte, belebte Innenstadt zog am Samstag zahlreiche Besucher zum traditionellen Familientag auf die Helenenstraße, den Johannisplatz, die Hechinger Straße und die Moritzstraße.

Das waren neue Angebote: Eine lange Schlange an Kindern und deren Eltern bildete sich vor Clown Brandolino, der zum ersten Mal beim Familientag dabei war und aus Luftballons kleine Tiere formte. Julian Brand, wie der Mann unter Schminke und hinter Kostüm heißt, war bereits ab dem Morgen vor Ort und hatte bis 16 Uhr voll zu tun. "Das habe ich gar nicht erwartet", so der Glauchauer. Den Familientag beschrieb er als schön und entspannt. "Es läuft hier alles ordentlich und nett ab und niemand macht Stress, wenn er zu lange anstehen muss", erzählte er. Im nächsten Jahr würde er gern wiederkommen.

Zum ersten Mal beim Fest dabei war auch Vanessa Jung aus Chemnitz, die mit einer großen Kuh aus Plastik für Aufsehen sorgte: Wettmelken stand auf dem Programm. Dazu mussten große und kleine Gäste aus dem Euter der Kuh binnen einer Minute so viel Wasser ziehen, wie sie konnten. "Der Rekord liegt heute bei 250 Milliliter pro Minute, das ist gar nicht schlecht", so Jung. Generell diene die Aktion vor allem dazu, Interessierten zu vermitteln, welche Kraft und Technik nötig sei, um eine Kuh erfolgreich zu melken.

Neu beim Familientag war ein großes Lesezelt samt Schmink- und Basteltischen des Stadtelternrates. Auf weichen Decken und Kissen konnten es sich Kinder und deren Eltern oder Großeltern im Zelt gemütlich machen und unter anderem Vereinschef Christian Wobst beim Vorlesen von Geschichten lauschen. "Uns geht es bei dem Angebot um eine frühe Leseförderung", so der Vater zweier Kinder, der als Verleger in Pleißa tätig ist. Ein Karussell für Kinder und der Auftritt von Elfe und Troll, die mit einem Wagen über das Fest zogen und große Seifenblasen verteilten, gehörten ebenfalls zu den Neuerungen.

Das sagen die Besucher: "Es ist super, dass so viel für Kinder angeboten wird und das Beste ist, dass die Aktionen nichts kosten", sagte Lisa Neuenberg, die mit ihren Töchtern dabei war. Es sei heutzutage eine Seltenheit, dass es Veranstaltungen wie diese gebe, wo man selten sein Portemonnaie zücken müsse, ergänzte sie. Das sagte auch Manfred Lindberg, der mit seiner Frau und seinem Enkelsohn den Familientag besuchte. "Sowas könnte es viel öfter geben", regte er an.

Sandra Landgraf und ihre Familie kritisierten allerdings, dass die Bachstraße in diesem Jahr überhaupt nicht ins Festgeschehen integriert wurde. "Das fällt sofort auf. Es ist regelrecht verwaist dort", sagte sie. Sie finde es schade, dass sich an einem einzigen Tag im Jahr nicht alle Händler dazu entschließen könnten, ihr Geschäft ein paar Stunden länger zu öffnen. "Es würde einfach einen besseren Eindruck machen, wenn alle an einem Strang ziehen und die Stadt wäre dann noch belebter", so die junge Frau. Sie denke da auch an den oberen Teil der Helenenstraße, der in diesem Jahr erneut nicht ins Fest einbezogen wurde.

Das sagen die Händler: Für die Händler ist der Familientag zwar eine nette Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen. Umsätze hätten sie am Samstagnachmittag aber kaum generiert, sagen sie. "Laufkundschaft ist da, ja. Aber zum Verkauf kommt es eigentlich nicht", sagte Mario Kalkhorst von Apollo-Optik an der Helenenstraße. Dennoch beteiligt er sich jedes Jahr am Familientag, weil das Format die Stadt belebe, wie er sagt. "Es kommen an dem Tag ja auch Leute von außerhalb mal nach Limbach", so Kalkhorst.

Andreas Felber, Inhaber des Bücher- und Geschenkeladens "Aufatmen", hätte generell mit mehr Besuchern am Samstag gerechnet. Auch er verbucht durch die zusätzliche Öffnungszeit am Nachmittag keine Umsätze, wie er sagt. Die Kunden, die ihn gezielt aufsuchen würden, würden den Familientag eher meiden - weil zu viel Trubel herrsche und sie keine Parkplätze fänden, meinte er.

Das sagen die Organisatoren: Oberbürgermeister Jesko Vogel zog am Samstag ein positives Fazit zum diesjährigen Familientag. Dieses Jahr war die Stadt selbst der Veranstalter. Der Handels- und Gewerbeverein, der sonst das Spektakel stemmte, wirkte nur unterstützend mit. Im kommenden Jahr soll der Familientag noch mehr einen Stadtfestcharakter bekommen, erläuterte Vogel. "Wir werden verstärkt Vereine ansprechen, die sich präsentieren können", sagte er. Auch eine Aufstockung des kulturellen Programms - nicht nur auf der Bühne am Johannisplatz, sondern auch auf der Hälfte der Helenenstraße - zum Beispiel durch Theatergruppen aus Kitas kann sich der Oberbürgermeister vorstellen.

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