Linke: Theater beschäftigt zu wenige Behinderte

Städtischer Tochterbetrieb erfüllt Mindestquote nicht und muss zahlen

Die Fraktionsvorsitzende der Linken im Stadtrat, Susanne Schaper, kritisiert die Städtischen Theater für ihre Beschäftigungspolitik. In Bezug auf die Einstellung von Menschen mit Behinderungen hätten die Theater "noch Hausaufgaben zu machen", heißt es in einer am Dienstag von der Fraktion verbreiteten Pressemitteilung.

Hintergrund ist die Antwort auf eine Ratsanfrage Schapers. Die Linken-Politikerin wollte von der Stadtverwaltung wissen, wie hoch der Anteil von Menschen mit Behinderung an allen Beschäftigten in fünf städtischen Tochterunternehmen ist. Laut einer Vorgabe des Sozialgesetzbuches müssen Betriebe mit mindestens 20 Beschäftigten fünf Prozent aller Arbeitsstellen an schwerbehinderte Menschen vergeben. Erreichen sie diesen Wert nicht, müssen sie eine Ausgleichsabgabe an das Integrationsamt zahlen. Ziel ist die bessere Integration von Menschen mit Handicap ins Arbeitsleben. Rund neun Prozent aller Deutschen gelten als schwerbehindert.


Der Antwort der Stadtverwaltung auf Schapers Anfrage zufolge erfüllten 2018 das Wohnungsunternehmen GGG (7,4 Prozent), der Verkehrsbetrieb CVAG (6,1 Prozent) und das Klinikum Chemnitz (7,3Prozent) diese Anforderung. Die Städtischen Theater blieben mit 4,6Prozent unter der geforderten Quote und mussten 2500 Euro Ausgleichsabgabe zahlen. Die Versorgungs- und Verkehrsholding müsse den Mindestwert nicht erfüllen, weil sie weniger als 20 Angestellte zähle, heißt es in der Antwort. Schaper wertet diese Zahlen als "gutes Zeichen für die Teilhabe schwerbehinderter Menschen". Allerdings müssten die Theater bei der Einstellung von Arbeitskräften noch mehr auf die Quote achten, fordert sie.

Die Theater teilen auf Anfrage mit, es gebe im Haus nur einen vergleichsweise geringen Anteil an Arbeitsbereichen - zum Beispiel die Verwaltung - , in denen Menschen mit Behinderung eingesetzt werden können. Der wesentlich größere Anteil der Jobs liege in künstlerischen und technischen Bereichen mit besonderen beruflichen Anforderungen, "in denen eine Beschäftigung von Menschen mit Behinderung schwierig ist". Bei Einstellungen würden aber bei entsprechender Eignung Menschen mit Behinderung bevorzugt. Man arbeite zudem intensiv mit Einrichtungen zusammen, die sich der Inklusion verschrieben haben, ergänzt eine Sprecherin der Theater.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...