Londoner Flair auf dem Theaterplatz

Premiere für die Städtischen Theater: Mit "My Fair Lady" wird erstmals ein Stück vor der Oper gezeigt - eine Inszenierung mit Risiko.

Der Theaterplatz mit seiner Kulisse aus Opernhaus, Petrikirche und Kunstsammlungen ist in diesem Sommer die Bühne für den Musical-Klassiker "My Fair Lady". 200 Schauspieler, Musiker und Balletttänzer des Theaters sowie Gastdarsteller wie Chansonnière Dorit Gäbler bereiten sich derzeit auf die sieben Aufführungen unter freiem Himmel vor. Premiere wird das Stück, dessen Welturaufführung 1956 in New York stattfand, am 23.Juni haben. Im Mittelpunkt der Geschichte steht das Blumenmädchen Eliza Dolittle, dessen Dialekt Sprachforscher Henry Higgins auffällt. Mit einem Freund schließt er eine Wette ab, aus dem ordinären Gossenmädchen eine Grand Dame zu machen.

Gestern stellte Regisseur Erik Petersen Darstellern sowie Leitern der Theater-Abteilungen den Ablauf des Stückes sowie den Bühnenaufbau vor. Die 25 Meter breite und fünf Meter hohe, zweigeschossige Bühne soll drei Wochen vor der Premiere aufgebaut werden. Ebenso die Tribüne, die Platz für 1500 Besucher bietet. Die zwei Flügel der Bühne drehen sich und präsentieren jeweils zwei Ansichten. So ist es möglich, nicht nur die Wohnung des Sprachforschers und weitere Räume zu zeigen, sondern auch verschiedene Orte in London, wo die Geschichte spielt. Auf dem Theaterplatz werden Autos fahren, auf dem Balkon der Oper der Chor musizieren und der Platz vor der Kirche in die Hochzeitsszene einbezogen werden, führte der Regisseur seine Pläne aus. "Wir haben eine sehr aufwändige Produktion vor uns", sagte Petersen.


Nach den Aufführungen Ende Juni/Anfang Juli gibt es weitere Vorhaben für die Inszenierung. Sie soll deutschlandweit auf Tournee gehen und später auch im Opernhaus zu sehen sein, kündigte der Regisseur an. Für das Theater wird die erste Aufführung am 23. Juni eine doppelte Premiere sein. Denn erstmals zeigt das Haus eine eigene Produktion auf dem Theaterplatz - und will damit laut Patrick Wurzel, Betriebsdirektor der Oper, eine Tradition begründen. In den nächsten Jahren sollen weitere Aufführungen auf dem Platz zu sehen sein. Für die städtische Kultureinrichtung sei die Produktion von "My Fair Lady" die größte bisher, sagte Wurzel. Die Kosten bewegten sich im sechsstelligen Bereich. Mit dem Stück wolle man das Theater zu den Chemnitzern und mitten in die Stadt bringen. Auch eine öffentliche Probe soll es geben, so Marketingleiter Mario Köppe. Doch diese und die Aufführungen werden mit Risiko gespielt: Weder für Bühne noch für Tribüne gibt es eine Überdachung. "Wenn wir nass werden, dann werden alle nass, auch die Zuschauer", brachte es Regisseur Petersen auf den Punkt.

Für die Premiere von "My Fair Lady" am 23. Juni, 19.30 Uhr, auf dem Theaterplatz gibt es noch wenige Karten zum Preis zwischen 28,65 und 45,15 Euro in den Shops der "Freien Presse". Weitere Aufführungstermine unter www.theater-chemnitz.de

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