Luftballons als Zeichen für Toleranz

Jährlich findet am Agricolagymnasium ein besonderer Aktionstag statt. Noch nie war er so aktuell wie diesmal. Von der Aktion der Gymnasiasten ging eine Botschaft an die Chemnitzer aus.

Vom Hof des Agricolagymnasiums ließen die Schüler Luftballons mit Zetteln aufsteigen, auf die sie ihre Wünsche geschrieben hatten.

Wenige Tage nach dem Tötungsdelikt in der Innenstadt haben die Schüler des Agricolagymnasiums ihren jährlichen Toleranztag veranstaltet. Während die Stadt mit den Nachwirkungen der Tat zu kämpfen hat, besuchten die Jugendlichen Workshops über Integration, Mobbing, Gleichberechtigung, Homophobie, Gründe für Fremdenfeindlichkeit und über das Leben mit Behinderung und zeigten so, wie sie sich ihre Stadt wünschen. Am Ende des Schultages ließen sie bunte Luftballons mit kleinen Botschaften und Bildern der neuen Fünftklässler, die diese gemeinsam mit den ältesten Schülern gestaltet hatten, in die Luft steigen.

Den Aktionstag hatten die Schüler fast vollständig selbst organisiert. Die Workshops boten Theaterstücke, Diskussionen, Rollenspiele, Simulationen und die Vorführung selbst gedrehter Filme. Einer der Organisatoren war der Schülersprecher Tobias Brendel. Ein halbes Jahr lang kümmerte er sich mit um die Vorbereitungen. "Es war gar nicht so einfach, einen Tag für fast 500 Schüler zu organisieren", räumte er nach der Veranstaltung ein. Umso mehr freute er sich über "überraschend gute Rückmeldungen". "Mich freut das, denn es steckte viel Arbeit darin", sagte er. Vor allem haben die Jugendlichen für den Toleranztag viel Freizeit investiert. Wie Brendel berichtete, haben er und drei weitere Schüler in der Woche vor der Veranstaltung nach dem Unterricht und abends letzte Absprachen getroffen und sind in den Pausen von Lehrer zu Lehrer gerannt, um Details zu klären. "Ich freue mich, dass unsere Schulleitung uns so viel freie Hand gelassen hat, obwohl sie wahrscheinlich schon Bauchschmerzen hatte, große Teile von den Schülern organisieren zu lassen", so Brendel. Und er selbst habe auch nicht gedacht, dass sich Sponsoren wie ein Energieversorger und eine Bank von Schülern überzeugen lassen, die Luftballons zu finanzieren. "Das war dann letztendlich aber eigentlich das Einfachste an der Organisation", resümierte der Schülersprecher. Und die Luftballons mit Zetteln werden wohl Chemnitzer gefunden haben. Die Schüler verbanden damit die Hoffnung, dass die Botschaften den Findern ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben. "In Zeiten wie diesen ist das in Chemnitz auf jeden Fall ein Erfolg", sagt Brendel. (gp)

3Kommentare
👍2👎2 aussaugerges 08.09.2018 Sie gehen auf Polizisten los in Plauen,also Null Toleranz !
👍2👎0 Einspruch 07.09.2018 Wer soll genau was immer und immer wieder tolerieren, gehts genauer?
👍6👎1 578072 07.09.2018 An sich eine lieb gemeinte Idee, aber lostgelassene Luftballons sind fuer die Natur schaedlich.
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