"Mach was!": Mit einem Truck voller Technik auf Nachwuchssuche

In den letzten Jahren ist die Zahl der Ausbildungsstellen im Freistaat gestiegen. Ob im Handwerk oder in der Metallindustrie - in vielen Branchen ist Nachwuchs gefragt. Die Messe "mach was!" hilft bei der Berufswahl.

Chemnitz.

Es sind gute Zeiten für Schulabgänger. Jahr für Jahr hätten die Betriebe in Sachsen mehr freie Lehrstellen bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) gemeldet, so lässt sich aus Sicht von BA-Regionaldirektionssprecher Frank Vollgold die Entwicklung der letzten Jahre zusammenfassen. Zu Beginn des laufenden Ausbildungsjahres - Start war im Oktober - standen im Freistaat knapp 800 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz fast 2000 unbesetzten Lehrstellen gegenüber. Nur in Dresden und Leipzig hatte die BA mehr Bewerber als Ausbildungsstellen in ihrer Statistik stehen.

Die Behörde geht davon aus, dass drei Viertel der Betriebe ihre Ausbildungsplätze melden und zwei Drittel der Jugendlichen so eine Lehrstelle suchen. Eine Meldepflicht gibt es nicht. "Je besser die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist, umso häufiger versuchen Jugendliche auf eigene Faust eine Ausbildung zu finden", schildert Vollgold. Derzeit kommen auf 12.000 offene Stellen 10.300 Bewerber. Damit setze sich die Entwicklung der vergangenen Jahre fort, dass die Betriebe zunehmend Probleme haben, ihre Lehrstellen zu besetzen, sagt Vollgold. Allerdings werde sich bis zum Start des Ausbildungsjahres im August/September noch einiges bewegen, so der Sprecher der Regionaldirektion.

Torsten Kleditzsch

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Viele Firmen suchen händeringend Nachwuchs, vor allem um die Altersabgänge auszugleichen. In der sächsischen Metall- und Elektroindustrie etwa ist die Fachkräftesituation laut dem Verband Sachsenmetall "bei allen Anforderungsniveaus" angespannt. Besonders im Facharbeiterbereich gebe es mehr offene Stellen als potenzielle Bewerber - das wirkt sich entsprechend auf den Ausbildungsmarkt aus. "Ob Zerspanungsmechaniker/in, Mechatroniker/in oder Industrieelektriker/in - jungen Leuten stehen in unseren gut 1700 Firmen viele berufliche Möglichkeiten offen, die ein gutes Einkommen, abwechslungsreiche Tätigkeiten und gute Aufstiegschancen bieten", heißt es bei Sachsenmetall. Gerade auch junge Mädchen wolle man dafür begeistern.

Auch im Handwerk sind die Aussichten für junge Leute derzeit bestens. Es würde "in so gut wie allen Gewerken" Nachwuchs gesucht, erklärt Robert Schimke, Pressesprecher der Handwerkskammer Chemnitz. Derzeit stünden 700 freie Ausbildungsangebote in der Lehrstellenbörse. Stark gesucht werde im Lebensmittelhandwerk, aber wegen der guten Konjunktur auch in den Baugewerken, im Elektro- und im Sanitär- und Klimahandwerk.

Handwerkskammer als auch Sachsenmetall gehören zu den mehr als 120 Ausstellern auf der Ausbildungs- und Studienmesse "mach was!", die am Wochenende in Chemnitz stattfindet. Die Metallindustrie rückt dabei mit ihrem Info-Truck an, der "Technik zum Anfassen und Ausprobieren" bietet. So könnten Besucher etwa eine CNC-Fräsmaschine selbst programmieren. Man wolle einen Einblick in die 40 Ausbildungsberufe geben, heißt es. (jdf7dpa)

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