Mädchen im Freibad attackiert: "Habe mich bedroht gefühlt"

Der Übergriff auf Kinder und Jugendliche im Gablenzer Bad in dieser Woche ist offenbar kein Einzelfall. Eine 15-Jährige schildert, was ihr widerfahren ist.

Der Samstag vor einer Woche ist ein heißer Tag gewesen. Perfektes Badewetter. Sofia Hofmann* und ihr Freund René* besuchen gemeinsam das Freibad Gablenz. Es sollte der vorerst letzte Tag für das Mädchen in der Freizeitstätte werden.

Was war geschehen? Mit dem Badespaß war es schnell vorbei, berichtet die 15-Jährige. Ein Junge, etwa zehn Jahre alt, habe ihren Freund mit Wasser angespritzt und ihm dann auf dem Weg zum Becken geschlagen. Der Junge sei augenscheinlich kein Deutscher gewesen, fügt die Chemnitzerin hinzu. Als zwei Freunde des Jungen dazukamen, sei das Pärchen festgehalten, danach wieder losgelassen worden. "Dann haben sie uns die ganze Zeit beobachtet." Also verließen Sofia und René das Wasser und gingen zur Liegewiese. Nach etwa zehn Minuten habe sich der Übergriff fortgesetzt. "15 bis 20 Kinder und Jugendliche, alles Jungs, kamen auf uns zu. Das habe ich als Bedrohung empfunden", sagt die Schülerin. Nach ihrer Beobachtung handelte es sich ausschließlich um ausländische Jungen. Sie hätten ihrem Freund vorgeworfen, den Jungen geschlagen zu haben. "Das stimmte ja gar nicht. René wurde geschlagen", sagt Sofia. Die Gruppe habe den Fußball des Pärchens über den Zaun des Bades geworfen, ihren Freund getreten und bedrängt. Unterstützung kam von einer Gruppe deutscher Jugendlicher, sagt Sofia. "Sie haben uns Hilfe angeboten." Kurz darauf sei die Gruppe, die sie und ihren Freund angegriffen habe, von Sicherheitspersonal des Bades verwiesen worden, hat die Achtklässlerin beobachtet.

Sofia berichtete der "Freien Presse" von dem Vorfall, nachdem sie von den Übergriffen auf Kinder und Jugendliche gelesen hatte, die sich am Mittwoch im Freibad Gablenz ereigneten. Zwei zwölfjährige Mädchen sollen laut Polizei von Unbekannten unsittlich berührt worden sein. Ein weiterer Zwölfjähriger sei geschlagen worden. Alle drei sind Deutsche. Zur Herkunft der mutmaßlichen Täter machten die Beamten noch keine Angaben. In einer ersten Mitteilung am Mittwochabend hieß es, dass die Täter augenscheinlich Ausländer seien. Zu dem Übergriff gibt es mittlerweile zwar konkrete Hinweise von Zeugen, sagte am Freitag ein Polizeisprecher. Neue Informationen teilte er aber nicht mit. Es werde noch ermittelt.

Der Streit am Mittwochabend verlagerte sich am Abend schließlich auf das Gelände vor dem Bad, so die Polizei. Auch Sofia und René hatten nach ihrer Auseinandersetzung im Bad noch keine Ruhe. Als ihr Freund und sie das Bad zur Schließzeit verließen, standen einige der älteren Jungen aus der Gruppe, die sie angegriffen hatte, davor. "Ich hatte den Eindruck, dass sie auf uns gewartet haben." Da die Einrichtung schon geschlossen hatte, konnten sie nicht zurück. "Ich bin dann losgerannt, durch die Gärten und den Wald zur Straßenbahn. Ich hatte ein mulmiges Gefühl", so die 15-Jährige. Warum? Sie habe viel von Übergriffen von Migranten auf Mädchen gehört, sagt sie. In der Straßenbahn traf sie die Gruppe der Jungen, die sie attackiert hatte, wieder. Ein neuer Mann sei dabei gewesen. "Er hat mit uns diskutiert, weil wir seinen Bruder geschlagen haben sollen. Mit ihm konnte man aber normal reden", sagt Sofia. Allein nach Hause laufen wollte sie an diesem Tag nicht. Sie ließ sich von der Haltestelle abholen. "Meine Tochter war ganz durch den Wind, nachdem sie zu Hause war", berichtet die Mutter. Deshalb hat sie der Tochter verboten, das Gablenzer Bad wieder zu besuchen. Daran hält sich die 15-Jährige schweren Herzens: "Mir gefällt es dort eigentlich."

Generell sei geschultes Personal für den sicheren Badbetrieb zuständig, sagt ein Stadtsprecher. Außerdem werde Sicherheitspersonal eingesetzt. Nach den jüngsten Vorfällen hatte die Stadt in dieser Woche Konsequenzen angekündigt. Bei anhaltenden Störungen sollen Hausverbote erteilt werden.

Eine Anfrage bei der Polizei, ob es Erkenntnisse gibt, wonach Gruppen von Jugendlichen anderen Jugendlichen vor dem Bad regelmäßig auflauern, wurde nicht beantwortet. Ebenso blieb die Frage offen, ob verstärkt Streifenfahrten vor der Einrichtung geplant sind.

*Namen von der Redaktion geändert

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
3Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

  • 5
    2
    fschindl
    25.06.2018

    "Ebenso blieb die Frage offen, ob verstärkt Streifenfahrten vor der Einrichtung geplant sind."

    wer hätte vor paar Jahren gedacht, dass man 2018 vor Freibädern Streife fahren muss, weil es sonst eskaliert....

  • 26
    5
    ArndtBremen
    23.06.2018

    Hoffentlich setzt sich Seehofer durch. Dieser unkontrollierte Wahnsinn muss ein Ende haben.

  • 33
    3
    karstenp
    23.06.2018

    Ich glaube es wird immer schlimmer, das sind schon Strukturen wie sie in Gangs und Clans herrschen, was wird passieren wenn aus den Jungs Männer werden?



Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
Mehr erfahren Sie hier...