Mahnwache gegen geplante Geflügelzucht in Lunzenau

Firma will das Projekt innerhalb der nächsten zwei Jahre realisieren

Lunzenau.

Die Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) aus Lunzenau, die sich gegen eine seit 2010 geplante Geflügelzuchtanlage im Ort einsetzen, halten am Samstag ab 10.30 Uhr bereits zum siebten Mal eine Mahnwache ab. Sie findet unter dem Motto "Wir haben Agrarindustrie satt" am geplanten Standort nahe der Windkraftanlage "Kamerun" an der Rochlitzer Straße statt. Das kündigt Jens Mohr, Sprecher der BI, an.

Anlass ist die am Freitag in Berlin beginnende internationale Grüne Woche. "Auch zu dieser werden wieder zahlreiche Protestaktionen stattfinden, bei denen der Stopp der industriellen Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion und eine Förderung bäuerlicher Betriebe gefordert werden. Die Bürgerinitiative Lunzenau möchte sich dem anschließen und mit stillem Protest ein Zeichen für eine vernünftige Agrarpolitik setzen", erklärt Mohr.

Die Firma Sächsische Farmbetriebe (SFG) plant, rund drei Kilometer nordwestlich von Lunzenau auf einer Fläche von etwa 1,8 Hektar drei Ställe zu errichten. Dort sollen jährlich in zwei Durchgängen in Bodenhaltung rund 88.000 Küken zu Jungen herangezüchtet werden. Sie sind die Großelterntiere künftiger Broiler. "Auch wenn die SFG eine Verlängerung der im Dezember 2018 abgelaufenen Baugenehmigung beantragt hat, gibt uns der Erfolg Recht. Denn mit dem Bau der Geflügelzuchtanlage ist bislang noch nicht begonnen worden. Das soll so bleiben", sagt Mohr weiter.

Indes ist das Thema bei der SFG nicht vom Tisch. Wie Geschäftsführer Georg von Bitter mitteilte, wolle man das Vorhaben innerhalb der nächsten zwei Jahre umsetzen. "Die Aufzucht von Broiler-Großelterntieren soll sicherstellen, dass wir ausreichend Eier zur Brut von Broiler-Elterntieren in unserer Brüterei in Hilbersdorf haben", so von Bitter. Ein größerer Teil dieser Küken sei zur Lieferung an Kunden in Russland vorgesehen gewesen. Handelsrechtliche Störungen hätten die Ausfuhr in den vergangenen Jahren immer wieder behindert. "Wir haben aber nun begonnen, neue Geschäftsmöglichkeiten zu entwickeln", erklärte von Bitter.

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