Mann baut Hanf in Wohnung an - Prozess

Polizei erhält Tipp von Informanten und stößt auf Cannabis-Plantage

Es sind gleich mehrere Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gewesen, die einen 29-jährigen Chemnitzer am Dienstag auf die Anklagebank des Amtsgerichtes gebracht hatten. Nicht nur, dass er in seiner Wohnung in einem Mehrfamilienhaus an der Neefestraße in Kappel Cannabispflanzen angebaut habe. Er soll die Pflanzen auch zu Marihuana verarbeitet und verkauft haben. Bei der Durchsuchung der Wohnung "haben wir eine Plantage gefunden", sagte die ermittelnde Kriminalobermeisterin als Zeugin vor Gericht. Ein Zimmer sei für den Anbau der Rauschmittel als Aufzuchtraum eingerichtet worden. Neben fünf Cannabispflanzen, die noch nicht abgeerntet waren, habe man 38 leere Pflanztöpfe gefunden, so die Polizistin.

Der Tipp, in der Wohnung des ledigen Mannes nach Drogen zu suchen, sei von einer sogenannten Vertrauensperson gekommen, hatte zuvor ein Kriminalhauptkommissar der Polizeidirektion Chemnitz ausgesagt. Die Person, die der Polizei schon mehrfach erfolgreich geholfen habe, habe ihm berichtet, dass der spätere Angeklagte Cannabis anbaue und Handel damit treibe, so der Beamte.

Der Angeklagte, der den Anbau der Drogen nicht bestritt, äußerte sich zum Schluss der Verhandlung zu den Gründen des Anbaus der Rauschmittel. "Ich habe das nicht aus Spaß gemacht, sondern aus der Not heraus", erklärte der Mann. Er sei manisch-depressiv und finde hier keinen Arzt, der ihm Cannabis als Medikament gegen die Krankheit verschreibe. "Und irgendwann gibt man auf, einen entsprechenden Arzt zu finden", so der Angeklagte. Ein Attest für seine Krankheit konnte er auf Nachfrage der Richterin jedoch nicht vorweisen. Er sei auch nicht in Behandlung, so der 29-Jährige. Er komme mit Marihuana als Arznei jedoch besser klar als mit Tabletten. "Die gehen auf die inneren Organe und haben Nebenwirkungen", sagte er.

Da ihm Handel und Verkauf der Drogen nicht nachzuweisen waren, verurteilte ihn die Richterin wegen Besitzes der Rauschmittel zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Die Bewährungszeit beträgt zwei Jahre. Zudem muss er 1300 Euro an einen Chemnitzer Verein zahlen.

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...