Mann wegen schwerer Brandstiftung verurteilt

Er soll in Suizidabsicht ein Feuer in seiner Wohnung gelegt haben

In Begleitung von zwei Justizbeamten und in Handschellen betrat er am Mittwoch den Gerichtssaal - ein 30-jähriger Mann aus Afghanistan, der sich wegen schwerer Brandstiftung und schwerer Körperverletzung vor dem Amtsgericht verantworten muss.

Laut Anklageschrift soll er am Abend des 6. April vergangenen Jahres in seiner Wohnung an der Leipziger Straße Papier auf einem Teppich angezündet haben. Dabei habe er billigend in Kauf genommen, dass sich das Feuer ausbreitet, und damit auch andere Bewohner des Mehrfamilienhauses gefährdet, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Nachbarn hätten die Feuerwehr gerufen, die den Mann bewusstlos in seiner Wohnung fanden. Er und ein Nachbar wurden wegen einer Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus gebracht und stationär behandelt, so die Staatsanwältin weiter.

Der Angeklagte gab zu, dass er das Feuer gelegt habe, allerdings habe er keinen anderen Bewohner in Gefahr bringen wollen. Wie er der Richterin erklärte, habe er die Trennung von seiner Frau und seinen drei Kindern, mit denen er vorher in Stollberg zusammenlebte, nicht verkraftet. Er wollte sich laut eigener Aussage das Leben nehmen. Die Richterin sah dennoch die Schwere der Tat: "Wer eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus anzündet, der muss mit Schädigungen rechnen."

Nach seinem Aufenthalt im Krankenhaus sei der Mann in die Psychiatrie eingewiesen worden, da er neben seiner Suizidgefährdung auch drogenabhängig war. Ein forensischer Psychiater erstellte ein Gutachten zum Angeklagten, in dem er die Abhängigkeitserkrankung, psychische Störungen aufgrund der Trennung und eine geringe geistige Leistung zwar attestierte. Allerdings stellte er die Schuldfähigkeit des 30-Jährigen nicht in Frage. Zudem sei nicht eindeutig nachweisbar, ob der Mann zur Tatzeit unter Einfluss von Drogen stand, so der Gutachter.

Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung forderte eine Bewährungsstrafe für den Mann. Dem kamen Richterin und die beiden Schöffen nach - der Afghane wurde zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt. Die Strafe wird zu zwei Jahren Bewährung ausgesetzt. In dieser Zeit soll er Unterstützung von einem Bewährungshelfer bekommen. Außerdem muss der Mann 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

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