Mann züchtet und verkauft Cannabis - Bewährung

Limbach-Oberfrohnaer muss gemeinnützige Arbeit leisten

Limbach-O./Hohenstein-E..

Wer Marihuana kauft, zu Hause aufbewahrt und tütchenweise wieder verkauft, macht sich strafbar. Der Gesetzgeber sieht dafür eine Haftstrafe von nicht unter einem Jahr vor. Das wusste auch der 36-jährige Limbach-Oberfrohnaer, der sich unter anderem wegen 78 Fällen des Besitzes und Handeltreibens mit Betäubungsmitteln vor dem Hohenstein-Ernstthaler Schöffengericht verantworten musste.

Seit 2014 gehörten Joints für den Angeklagten zum täglich Brot. "Abends habe ich gekifft", sagte er. Todesfälle in der Verwandtschaft hatten ihn schwer belastet. "So konnte ich wenigstens schlafen", begründete er den Beginn seiner Sucht. Bei einem Oberlungwitzer, der inzwischen verurteilt ist, bezog er nachweislich 68-mal kleine Mengen Marihuana. Später kaufte er zehnmal jeweils zwei bis drei Gramm Marihuana für 20bis 30Euro bei einem Dealer in Limbach-Oberfrohna. Einmal deckte er sich gleich mit 157 Gramm ein, von denen er zehn Gramm weiterverkaufte.

Der Angeklagte hat eine Lehre im Garten- und Landschaftsbau abgebrochen. Ganz untalentiert kann er aber nicht gewesen sein. Als die Polizei zu einer Wohnungsdurchsuchung anrückte, fand sie 23Cannabispflanzen. Die waren zwar erst 20Zentimeter hoch, wuchsen aber prächtig. Dass die Polizeibeamten auch noch verbotene Feuerwerkskörper entdeckten, brachte dem Mann zusätzlich eine Anklage wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz ein.

Vor Gericht machte der 36-Jährige deutlich, dass er seit einem Jahr nicht mehr kifft und mit dieser Zeit abschließen möchte. Zurzeit absolviert er eine Umschulung zum Koch. Das gefalle ihm. "Ich will wieder voll arbeiten gehen und meinen Kindern nicht irgendwann sagen müssen, dass ich mal im Knast war", sagte der Angeklagte, dessen Kinder nicht bei ihm leben. Richter Manfred Weber hielt ihm beim Anschauen der Fotos von der Wohnungsdurchsuchung zugute, dass die Räume sauber seien. "Da kennen wir anderes. Sie sind nicht der klassische Junkie", stellte Weber fest.

Weil der Mann ein komplettes Geständnis ablegte und ansonsten bislang nicht negativ aufgefallen war, ging das Gericht beim Strafmaß an die untere Grenze. Die Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten wurde für zweieinhalb Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Zudem muss der Limbach-Oberfrohnaer 70Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Das entfällt vorzeitig, sobald er dem Gericht einen festen Job vorweisen kann. Dreimal muss er außerdem eine Suchtberatungsstelle aufsuchen und dies dem Gericht nachweisen.

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