Mehr Geld für Bildungsprojekt

Industrieverein unterstützt Angebot für Migranten - Zuwanderer in Jobs vermittelt

Wittgensdorf.

Das Bildungswerk der sächsischen Wirtschaft (BSW) erhält 10.000 Euro vom Industrieverein Sachsen für ein Projekt zur beruflichen Integration von Ausländern in regionale Unternehmen. Das hat der Präsident des Industrievereins, Udo Bechtloff, bei einem Fachkräftekongress in der Gießerei Sachsenguss in Wittgensdorf in dieser Woche bekanntgegeben.

Ziel des Projektes sei es, Migrantinnen und Migranten bei der Jobsuche zu helfen, erklärt Michaela Wolf vom Bildungszentrum Chemnitz, das zum BSW-Verbund gehört. Seit dem Start habe man mit 40 Kandidaten aus Syrien, Iran, Irak und Libyen Gespräche geführt. 24 von ihnen seien in das Programm aufgenommen worden. Bei Einzelgesprächen und Probearbeiten in Werkstätten seien ihre Kompetenzen getestet worden, erklärt Wolf. Anschließend habe man mit ihnen Bewerbertrainings durchgeführt und Hospitanzen und Praktika bei möglichen Arbeitgebern organisiert. Ergebnis: 11 von 24 Zuwandern seien in feste Beschäftigungen vermittelt worden. Sie arbeiteten nun unter anderem in der Gastronomie, absolvierten eine Ausbildung zum Schweißer oder seien als Hausmeister tätig. Weitere zwölf Personen seien in Vermittlungsprozessen oder Qualifizierungsmaßnahmen, berichtet Wolf. Ein Teilnehmer müsse noch bessere Deutschkenntnisse erwerben.

Das Projekt hatte bereits im Februar 15.000 Euro aus dem Fördertopf von "Chemnitz ist weder grau noch braun" bekommen. Die Initiative hatte sich unter Federführung des Industrievereins und des Vereins Kreatives Chemnitz im Herbst 2018 gegründet, als Reaktion auf die zum Teil ausländerfeindlichen Proteste in der Stadt, die sich an den gewaltsamen Tod eines Deutsch-Kubaners am Rande des Stadtfestes anschlossen. Sie sammelte Spenden in Höhe von 270.000 Euro ein. Mit dem Geld wurden unter anderem deutschlandweite Werbeanzeigen finanziert; etwa 27.000 Euro flossen an die Familie des getöteten Daniel H. Mit dem Rest des Budgets wurden Projekte für Demokratie und Toleranz in Chemnitz gefördert. Neben dem BSW erhielten das Festival Begehungen und die Universitätssportgemeinschaft je 15.000 Euro. (lumm)

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