Millionen-Förderung für Gedenkstätte im Kaßberg-Gefängnis

Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch hat am Montag einen Fördermitteilbescheid in Höhe von 3,6 Millionen Euro an den Verein "Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis" übergeben. Der Verein will in dem ehemaligen Gefängnis eine Gedenkstätte errichten. Sie soll nach neuesten Planungen in etwa zwei Jahren eröffnen und damit ein Jahr später als ursprünglich vorgesehen.

Das Gefängnis war zu DDR-Zeiten zentrale Drehscheibe für den Freikauf mehrerer zehntausend politischer Häftlinge. Dieser Aspekt, aber auch die Nutzung der Haftanstalt durch Geheimdienste der Sowjetunion sowie durch die Nazis sollen in der künftigen Gedenkstätte dargestellt werden. "Der Kaßberg ist ein Ort mit mehrfacher Repressionsgeschichte. Bekannt als Stasi-Gefängnis im Rahmen des deutsch-deutschen Häftlingsfreikaufs, litten hier bereits unter der Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus politische Gefangene sowie auch Chemnitzer Juden", so Kulturministerin Barbara Klepsch.

Etwa 2,4 Millionen Euro der Fördersumme stellt der Freistaat aus dem aus dem Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der ehemaligen DDR zur Verfügung, weitere 1,2 Millionen Euro kommen von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Die Stadt steuert rund 180.000 Euro bei.

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