Minikirche lässt Neukirchens Lichterdorf wachsen

Beim Schwibbogenfest ist das dritte Modell eines Gebäudes aus dem Ort präsentiert worden. Einfach wegtragen lässt es sich nicht.

Neukirchen.

Den Start in die Adventszeit verschläft im Erzgebirge bekanntlich fast niemand. Falls doch jemand in Neukirchen bis zum Samstagnachmittag nicht mitbekommen haben sollte, dass der erste Advent vor der Tür stand, so wurde er von einer ohrenbetäubenden Salve geweckt. Damit feierten die Mitgliedes des Schützenvereines die Illumination des Schwibbogens am Sternplatz. Bürgermeister Sascha Thamm hatte zuvor "Es werde Licht!" gerufen, Bauhofmitarbeiter Michael Schreiter auf den entscheidenden Knopf gedrückt.

Damit wurde auch das Lichterdorf beleuchtet - Modellbauhäuser, die markanten Sehenswürdigkeiten nachgestaltet wurden. Erstmals war am Samstag die Kirche zu sehen. Jürgen Beyer zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden. Er ist Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins, der sich um das Lichterdorf kümmert. "Bis 2023 wollen wir sieben Modelle errichten", erklärte Beyer. Er bedankte sich bei allen Beteiligten für ihre Hilfe. Die Neukirchener hatten nicht nur aus mehreren Vorschlägen die Kirche als Vorlage für das nächste Modell ausgewählt, sondern auch für die Umsetzung gespendet. 13.000 Euro mussten für das Gotteshaus en miniature aufgebracht werden. Der Großteil der Summe floss laut Bürgermeister Thamm aus dem Haushalt der Gemeinde.

In bewährter Manier bauten der ortsansässige Fachmann Albrecht Hilbert und die Firma Ulrich Haselhuhn aus Lichtenstein das Modell. Wie die beiden Vorgängergebäude Grundschule und Rathaus im Maßstab 1:50 gefertigt, ist auch die Minikirche im Inneren mit Leuchtelementen bestückt. Mit einer massiven Bodenplatte versehen, bringt der aus Kunststoff und per 3D-Drucker geformte Sakralbau reichlich 120 Kilogramm auf die Wiese. Als Vorlage dienten aufbewahrte Original-Bauunterlagen.

Pfarrer Daniel Bilz zeigte sich vom Nachbau seiner Wirkungsstätte angetan und lobte nicht nur dessen Detailtreue. "Passender als mit dem Bibelspruch 'Es werde Licht' kann das Motto des Abends nicht beschrieben werden. Ob Grundschule, Rathaus oder nun Kirche - wo Licht ist, da ist Leben drin." Mit dem Kirchennachbau haben die Neukirchener das älteste und ihrer Gemeinde den Namen gebende Gebäude nachgestaltet. Ein Kirchenbau zählt seit 800 Jahren zum Ortsleben.

Viele der mehrere hundert Besucher, die zum Schwibbogenfest gekommen waren, fotografierten mit ihren Handys den Kirchennachbau. "Mich verbindet die Hochzeit mit dem Gebäude. Das Modell ist gut gelungen", lautete das Urteil von Anke Kempe. Frank Gerschler zählte zu jenen Zuschauern, die sich angesichts der Kopie von der einstigen Wirkungsstätte an die Jugendtage erinnert fühlten. "Ich habe bei der Aufführung des Krippenspiels durch die Junge Gemeinde hier drinnen mitgespielt."

Zum Gelingen der Veranstaltung trugen aber nicht nur die Modellbauer bei: So lockte die Jugendfeuerwehr erstmals mit einer Popcornmaschine Gäste an. Weihnachtliche Musik steuerten der Fanfarenzug, der Schulchor samt Solisten sowie der Feuerwehrmusikzug bei.

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