Mit bunten Fahnen und lauter Musik für Toleranz

Etwa 1000 Menschen haben am Samstag in der Innenstadt fröhlich demonstriert. Dabei war der Anlass ernst.

Regenbogenflaggen, viele Menschen und laute Musik - am Samstag wurde im Zentrum der siebente Chemnitzer Christopher-Street-Day, kurz CSD, begangen. Mitveranstalter Robert Lutz vom Vorstand des Vereins Christopher-Street-Day Chemnitz und auch die Polizei schätzten die Teilnehmerzahl an der Parade und dem anschließenden Straßenfest im Stadthallenpark auf etwa 1000.

Die bunte Parade für Toleranz und vollständige Gleichberechtigung aller Menschen jeglicher sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität führte vom Neumarkt über die Theater-, Brücken- und Bahnhofstraße zurück zum Stadthallenpark, wo Informationsstände aufgebaut waren und Livemusik gespielt wurde. Einige Besucher waren aus anderen Städten angereist, um die Parade in Chemnitz mitzuerleben. So hatte Celina Melzer den Zug aus Werdau genommen, weil sie sich einen schönen Tag mit vielen Teilnehmern erhoffte, wie sie sagte.


Menschen in fantasievollen Verkleidungen waren eher selten vertreten. Einer der Kostümierten war Stefan Jaroschewski. Der gebürtige Bayer stellte die Antike dar - nur etwas besonders: Mit roten Lackstiefeln bis übers Knie, knapper Oberkörperbekleidung, die an einen Badeanzug erinnerte, und einem goldenen Helm fiel er sofort ins Auge. Er sei wegen der Leute hier, sagte er. "Ich steche heraus und möchte den Leuten sagen: Habt Mut und traut euch, euch so zu zeigen, wie ihr seid."

Begonnen hatte das Programm am Samstag bereits um 10 Uhr mit einer Führung durch den Tierpark zum Thema gleichgeschlechtliche Paarungen unter Tieren unter dem Titel "Queere Tiere". Und auch die Vorführung des Films "Bohemian Rhapsodie" über den Frontmann der Rockband Queen, Freddy Mercury, am Abend bei den Filmnächten auf dem Theaterplatz war Bestandteil der Aktionswoche, die bereits am 12. Juli mit einer Party im Klub Atomino begonnen hatte und am Samstag mit einer Aftershow-Party im Klub Fuchsbau endete.

Das Motto der Aktionswoche, "Stonewall 50", erinnerte daran, dass in der an der Christopher Street in New York gelegenen Bar "Stonewall Inn" vor genau 50 Jahren mit gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen homo- und transsexuellen Besuchern und der Polizei die Geschichte des Christopher-Street-Days ihren Anfang nahm.

Bewertung des Artikels: Ø 4.4 Sterne bei 5 Bewertungen
1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 7
    5
    Mike1969
    22.07.2019

    Ich bin auch für mehr Toleranz. Auch bei alleinerziehenden Müttern!



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