Mit einem Jahr Verspätung - Ortsdurchfahrt wieder befahrbar

Die lange Sperrung der Chemnitzer Straße in Burgstädt hat jetzt Auswirkungen auf eine weitere viel befahrene Straße.

Burgstädt.

Was haben die Burgstädter und Pendler geschimpft: Die Chemnitzer Straße (S 242) war wegen des Brückenbaus knapp zwei Jahre lang gesperrt - ein Jahr länger als geplant. Eine kurze Umleitung über die Herrenhaider Straße war zwar möglich - aber beschwerlich. Seit Montag kurz vor Mittag ist die Ortsdurchfahrt wieder passierbar. Die Baubehörde, das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv), teilte die Freigabe rechtzeitig mit. Trotzdem fuhren einige Autofahrer die gewohnte Umleitung, wie einige Burgstädter bei Facebook mitteilten. Ohne große Zeremonie wurden die Verkehrsschilder weggeräumt.

Auch Bürgermeister Lars Naumann (FWB) informierte zur Stadtratssitzung am Montagabend über die Freigabe: "Rechtzeitig zum Stadtfest." Trotzdem sind noch nicht alle Bauarbeiten beendet, sagt Lasuv-Sprecher Franz Grossmann. Abschnittsweise könnte es noch zu Einschränkungen und halbseitiger Sperrung kommen, weil Restarbeiten notwendig seien. Auch bleibe die Göppersdorfer Straße zwischen Abzweig Chemnitzer und Schulstraße bis voraussichtlich Ende November gesperrt. Es werden noch Geländer gebaut, die Böschung zum Brauselochbach profiliert und die Fahrbahn erneuert, so Grossmann. Die Brücke war für geplant eine Million Euro abgerissen und neu gebaut worden. Dabei kam es zu Bauverzögerungen, weil eine marode Abwasserleitung erneuert werden musste, es Lieferengpässe gab und die Witterung nicht mitspielte, so die Begründung der Baubehörde. Dadurch verteuerten sich auch die Baukosten. Eine Summe stehe noch nicht fest, so der Lasuv-Sprecher.

Fest steht aber, dass die Umleitungsstrecke länger strapaziert wurde als geplant. Deshalb hatten Autofahrer schon ihren Unmut geäußert, weil die Neue Herrenhaider und Ortsumgehung immer mehr zur Schlaglochpiste wurde. Ein 76-jähriger Rentner fürchtete Schäden für sein Auto. Ein 34-jähriger Pendler nannte die hohe Unfallgefahr beim Ausweichen der Löcher.

"Uns sind die Probleme bekannt", sagte Bürgermeister Naumann. Deshalb schlug die Verwaltung dem Stadtrat vor, noch in diesem Jahr die Umleitungsstrecke sanieren zu lassen. Der Stadtrat beschloss deshalb, einen Teil der 70.000 Euro, die der Freistaat Sachsen in diesem Jahr an Kommunen extra zahlt, für den Ausbau der Straße zu verwenden. Die restlichen 10.000 Euro sollen für das Errichten von Buswartehäuschen verwendet werden, heißt es im Beschluss.

Kostenschätzungen haben ergeben, dass die Straßeninstandsetzung rund eine Million Euro kosten würde, sagte Naumann. Neben der pauschalen Zuweisung von 60.000 Euro würden noch 90.000 Euro als Eigenmittel benötigt. Diese könnten aus einem allgemeinen Instandhaltungsfonds entnommen werden, der im Haushalt für 2019 bereitstehe. Die Restsumme könne über Fördermittel bestritten werden. 85 Prozent der Baukosten seien in Aussicht gestellt worden, so Naumann. Bauamtsleiter Hannes Langen bestätigte, dass es dazu bereits Abstimmungen mit dem Freistaat gegeben habe. Somit stehe einem Ausbau noch in diesem Jahr nichts mehr im Wege, so Naumann.

Der Stadtrat ermächtigte den Bürgermeister, die Bauleistungen nach einer Ausschreibung zu vergeben. Das geschehe aus Zeitgründen, weil der Winter droht. Zur nächsten Sitzung am 11. November soll er darüber Rechenschaft ablegen.

Laut Bauamt war die Strecke zuletzt Mitte der 1990er-Jahre grundhaft saniert worden. "Der allgemeine Bauzustand dieser Straßen hat sich in den vergangenen Monaten dramatisch verschlechtert", zitierte Naumann Auszüge des Ratsbeschlusses. Den Straßen wurde die Zustandsnote 4,4 erteilt. Das heißt: Es müssten Erhaltungsmaßnahmen stattfinden oder eine Verkehrsbeschränkung eingeleitet werden, heißt es weiter. Wegen der gesperrten Chemnitzer Straße seien keine Ausbesserungsarbeiten möglich gewesen, lautete die Begründung. Der Straßenzustand habe sich weiter verschlechtert, aus baufachlicher und wirtschaftlicher Sicht seien einzelne Ausbesserungen nicht mehr sinnvoll, so Bauexperten.

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