Mitmach-Messe sorgt für Technik-Begeisterung

Die Premiere der Messe "Maker Faire" lockt mehr als 3500 Besucher an. Selbst für den Siemens-Konzern war es ein besonderes Wochenende.

Chemnitz.

Von Kindern zusammengebaute kleine selbstlaufende Roboter-Zahnbürsten, blinkende LED-Herzen, deren Leiterplatten selbst gelötet wurden oder gehämmerte Kupferschälchen - von modernster 3D-Technik bis zum Schmuck aus Computerschrott - konnten auf der ersten "Maker Faire" in Chemnitz bestaunt werden. An den Ausstellungsständen ging es aber vor allem ums Mitmachen.

"Wir wollen Kinder, junge Leute und Studenten auf kreative und spielerische Weise für Wissenschaft, Technik und Handwerk begeistern", sagte Katrin Hoffmann, Geschäftsführerin des "Industrievereins Sachsen 1828", der die Messe zusammen mit des Verein Kreatives Chemnitz veranstaltet hat. Nach Einschätzung der Veranstalter ist die Premiere gelungen. "Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden", sagte Lars Faßmann vom Verein Kreatives Chemnitz. Es sei ein neuer Weg, um Kinder für Technik zu begeistern.


Überrascht von der großen Resonanz war auch Michael Schmidt, Leiter der Siemens-Niederlassung in Chemnitz. Für den Siemens-Konzern war die Teilnahme ein Pilotprojekt. Drei Monate vor dem eigentlichen Kampagnenstart probierten die Siemens-Mitarbeiter in der Chemnitzer Stadthalle die neue weltweite Image-Kampagne mit dem Titel "We are Future Makers" aus. Mit Virtual-Reality-Brillen und 360-Grad-Filmen über Arbeitsplätze von Siemens in aller Welt will der Münchner Elektronikkonzern für seinen Nachwuchs werben. "Die Kinder finden das cool und können dann mit dem Namen Siemens etwas anfangen", sagte Schmidt. Das sei wichtig, weil Siemens in der Öffentlichkeit nicht so präsent sei wie BMW, Google oder Apple.

"Super", fand auch der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) das Messekonzept der "Maker Faire". "Beim Selbermachen kommen die besten Ideen, wir brauchen mehr solcher Keimzellen für Innovationen", sagte Dulig. Diese Messe passe zu Sachsen, zeigte sich der Minister überzeugt. Die Ausstellung sei ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit der Industrie mit der Kreativwirtschaft. "Das wollen wir unterstützen, denn dadurch entstehen Innovationen", sagte Dulig.

"Maker Faires" sind unkonventionelle Messen und Treffpunkte der sogenannten Maker - der Macher--Szene. Sie bieten eine Plattform zum Ausprobieren, Kennenlernen und Vernetzen. Zudem haben die Mitmach-Messen das Ziel, die Begeisterung für Technik, Wissenschaft und den kreativen Umgang damit zu fördern. "Maker Faire" ist eine Veranstaltungsreihe, welche die Maker Media GmbH, Hannover, in Lizenz nach US-amerikanischem Vorbild in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchführt oder für die sie die Nutzungsrechte vergibt.

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