Mittelsachsen kämpfen mit Auf und Ab an der Tankstelle

Die Spritpreise beschäftigen Pendler und Firmen im Landkreis. Der ADAC hat einen Tipp zum günstigen Tanken - es kommt auf die Tageszeit an.

Augustusburg/Burgstädt.

Für Benzin und Diesel muss nach wie vor tief in die Tasche gegriffen werden: "Trotz der seit Anfang Oktober sinkenden Rohölpreise warten Autofahrer vergeblich auf eine Entspannung an den Zapfsäulen", sagt eine Sprecherin des ADAC Sachsen. Ökonomen führen als Grund für die hohen Preise die gefallenen Pegelstände der Flüsse an, was den Transport von Öl und Kraftstoffen erschwert und verteuert. Die Preisschwankungen an den Tankstellen bewegen die Mittelsachsen.

Zum Beispiel Jörg Kokott aus Hainichen. Bis zu 50.000 Kilometer im Jahr ist der Musiker unterwegs. Hin und wieder vergleiche er Preise am Computer und tanke, wenn es sich ergibt, statt zu Hause lieber in Freiberg, wo es billiger sei. "Auch der Berliner Raum ist immer preiswerter. Wenn ich nach Norden fahre, muss ich nicht in Hainichen volltanken." 70 Kilometer beträgt der tägliche Arbeitsweg von Katrin Ostermeier. Sie wohnt nahe Döbeln und leitet die Rochlitzer Oberschule. An einer Tankstelle verfolge sie die Preise, versuche zu tanken, wenn es günstig ist. "Ich habe erst kürzlich gedacht: Drei Mark für den Liter hätten mich früher noch umgehauen. Aber ich brauche das Auto."

Drei Fahrzeuge gehören zum Mietwagenunternehmen von Steffen Bormann mit Sitz nahe Rochlitz, jedes ist rund 30.000 Kilometer im Jahr unterwegs. Die Firma fährt Schüler, für Krankenkassen und den Privatbereich. "Unsere Preise halten wir stabil", sagt Bormann. "Man kann nicht alles gleich auf den Kunden umlegen." Derzeit habe sich die Lage etwas entspannt. Als der Dieselpreis über 1,50 Euro lag, habe man das aber schon gemerkt, berichtet der Firmenchef.

"Es ist nicht mehr so wie früher, als die Kunden sich bei uns aufregten. Durch die Medien sind sie heute informiert", sagt Kai-Uwe Köhler, Pächter der Total-Tankstelle in Augustusburg. Der Preis schwanke über den Tag stark, bis zu 10 Cent könnten es sein. Gerade gingen die Preise nach unten. Sie würden vom Unternehmen aus Berlin gesteuert. "Wir schauen selbst nur auf den Mast." Der ADAC empfiehlt Autofahrern, die Schwankungen der Preise über den Tag zu beachten. Die mit Abstand teuerste Zeit zum Tanken sei von 6 bis 9 Uhr. Günstiger sei es von 15 bis 17 Uhr und abends zwischen 19 und 22 Uhr. (mit dpa)

Bewertung des Artikels: Ø 1 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...