Modenächte: "Unser klares Zeichen für die Innenstadt"

Nach der großen Laufstegschau am Wochenende in der City ziehen die Händler eine positive Bilanz. Das sah zunächst jedoch noch ganz anders aus.

Zentrum.

Es waren nicht die besten Voraussetzungen für die Modenächte 2018: Zum Auftakt am Freitag waren politische Demonstrationen angemeldet. Das Management der dunkelhäutigen Hauptmoderatorin Marie Amière hatte nach Informationen der "Freien Presse" deshalb überlegt, ob es seinen Schützling nach Chemnitz schicken sollte. Die Wetteraussichten waren für den Auftakt miserabel. Kurz: Es sprach vieles gegen die Ausrichtung der traditionellen Open-Air-Veranstaltung. Für die Organisatoren stand aber Mitte vergangener Woche fest: Jetzt erst recht! "Mit unserem Ja zur Durchführung der Chemnitzer Modenächte wollen wir ganz klar zeigen, dass wir uns weiter für die Entwicklung unseres innerstädtischen Lebens und unserer City engagieren werden", hatte Sven Hertwig, Inhaber der Agentur Exclusiv-Events, im Hinblick auf die Ausschreitungen der vergangenen zwei Wochen in Chemnitz gesagt.

Jetzt zog er mit anderen Händlern Bilanz: "Es war die richtige Entscheidung", so Hertwig. Zwar seien am Freitag wegen des Wolkenbruchs und wegen der Demonstrationen weniger Menschen als im vorigen Jahr gekommen. "Wir konnten etwa 50 bis 70 Prozent der Besucherzahlen aus dem Vorjahr ermitteln", schätzte Jörg Knöfel, Manager der Galerie Roter Turm, am Montag. "Aber am Samstag hat sich die Stimmung komplett gedreht." Bei besseren Witterungsbedingungen machte an diesem Tag auch die "Historic Rallye Erzgebirge" in der City halt. Das habe zusätzlich Besucher angelockt, so Sven Hertwig. "Erste Auswertungen zeigen, dass wir am Samstag in der Galerie Roter Turm etwa so viele Menschen zählen konnten, wie zu früheren Modenächte-Samstagen", ergänzte Jörg Knöfel. Jan Grossmann, Geschäftsführer der Galeria Kaufhof, war ein schleppender Anlauf der Besucherresonanz am Samstagmorgen aufgefallen. "Allerdings hat sich dieser Eindruck zum Abend hin relativiert", sagte er. Knöfel freute sich derweil über alle Besucher, die den Weg zu den Modenächten gefunden hatten. "Da muss man auch mal ein Dankeschön sagen." Für Besucher und Mitarbeiter sei es derzeit nicht selbstverständlich, unbeschwert ins Zentrum zu kommen. Umso wichtiger sei es gewesen, die Modenächte durchzuführen. "Sie waren unser klares Zeichen für die Innenstadt", verdeutlichte er.

Moderatorin Marie Amière, deren Management zunächst kritisch über einen Auftritt in Chemnitz nachgedacht hatte, zog am Ende des Wochenendes ihr persönliches Fazit. Vom Hotelbett aus sandte sie unter anderem diese Grüße an die Chemnitzer: "Ich habe hier wirklich nur nette Leute kennengelernt und ich bin sehr begeistert und positiv überrascht von dieser Stadt."

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