Mühlau hält an Plänen für neue Feuerwehrtechnik fest

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Um in den kommenden Jahren auf unterschiedliche Situationen bei Bränden reagieren zu können, will die Gemeinde Geld für moderne Ausrüstung ausgeben. Doch dazu muss es vorhanden sein.

Mühlau.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr in Mühlau brauchen neue Helme und ein neues Fahrzeug. Doch sie werden sich gedulden müssen. Nach einer heftigen Debatte haben die Gemeinderäte in ihrer jüngste Sitzung mehrheitlich für einen neuen Feuerwehrbedarfsplan gestimmt. Darin ist nach Angaben der zweiten stellvertretenden Bürgermeisterin Kerstin Richter (Mühlauer Vereine) auch festgehalten, welche Ausstattung für die Gemeindefeuerwehr neu angeschafft werden soll. Doch dabei wird Geduld gefragt bleiben.

"Die aktuelle Finanzlage der Gemeinde lässt nicht alles sofort zu", erklärte Richter und dämpfte damit die Erwartungen. Mühlau werde weiterhin investieren, so Richter, weil die Wehr nur so dauerhaft ihre Aufgabe erfüllen und bei Bränden, Unfällen, Sturm, Überschwemmungen und ähnlichen Ereignissen Hilfe leisten könne. Bedenken von Gemeinderäten, der Plan verpflichte die Kommune dazu, kurzfristig zu handeln, obwohl aktuell keine Fördermittel in Aussicht stehen, teilte aber sie nicht. "Wir setzen um, wofür wir das Geld haben", sagte sie. Beispielsweise sollten in diesem Jahr mehrere Helme gekauft werden, weitere in den folgenden Jahren.

Gemeinderat Volkar Bretschneider (Bürgerinitiative Mühlau) erinnerte daran, dass ein insgesamt rund 500.000 Euro teures neues Fahrzeug erst dann angeschafft werden kann, wenn der Gemeinderat in der Finanzplanung im Haushalt dafür stimmt. Das und der Bedarfsplan sind laut Richter Voraussetzung, um Fördermöglichkeiten nutzen zu können, sollte sie sich bieten. Momentan verfüge die Gemeinde ohnehin noch über ein einsatzbereites Fahrzeug, sagte sie.

Weshalb ein neues Löschfahrzeug trotzdem unbedingt in den Plan sollte, erläuterte der stellvertretende Bürgermeister Steve Sarfert (Mühlauer Vereine) auf Nachfrage von "Freie Presse". Das derzeitige Fahrzeug sei Baujahr 1996. Nach 24 Jahren müsse nun eingeplant werden, dass ein neues gebraucht wird, sagte er. In den jüngsten heißen und trockenen Sommern habe sich zudem gezeigt, dass ein größerer Löschwasservorrat an Bord vorteilhaft ist. Häuften sich die extremen Wetterperioden, könne beispielsweise bei Feldbränden sonst nicht sichergestellt werden, dass überall genug Wasser verfügbar ist.

Für die Mehrzahl der Einsätze, technischen Hilfeleistungen und Rettungseinsätze auf Straßen und der nahen Autobahn, ist die Wehr seiner Ansicht nach bereits gut ausgestattet. "Wir haben einen Rüstwagen mit spezieller Ausstattung gekauft", so Sarfert.

Im Feuerwehrgerätehaus bleibt laut Richter hingegen noch einiges zu tun. "Die Anforderungen und Ansprüche ändern sich", erklärte sie. Von den Kommunen, in deren Wehren heute üblicherweise auch Frauen aktiv sind, werde erwartet, dass diese getrennte und gleichwertige Umkleide- und Sanitärräume schaffen. Einsätze in der Vergangenheit, darunter die Großbrände in einem Mühlauer Entsorgungsbetrieb, lieferten zudem Hinweise, dass der Umgang mit möglicherweise schadstoffbelasteter Schutzkleidung noch der Verbesserung bedürfe.

2020 ist aus Sicht der Feuerwehrleute in Mühlau mit 14 Einsätzen relativ ruhig verlaufen. In diesem Jahr wurden sie in den ersten sechs Wochen bereits sechs Mal gerufen. So etwa am 1. Januar zu einem Heckenbrand an der Fabrikstraße. Zudem gab es später zwei Einsätze auf der A 72. In einem Fall musste eine eingeklemmte Person aus einem Auto gerettet werden. Auch einen Hund galt es aus einem umgekippten Transporter zu befreien.

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