Müllkraftwerk: Anwohner drängen auf Informationen

Bürgerinitiative wendet sich an Stadträte - Haltung zu Vorhaben offen

Überlegungen des Energieversorgers Eins, einen Teil des Heizkraftwerkes in Furth in ein sogenanntes Müllkraftwerk umzuwandeln, sind in der Nachbarschaft mit Verwunderung zur Kenntnis genommen worden. Bei einem Besuch von Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) in dem Unternehmen waren die Pläne vor einer Woche erstmals öffentlich vorgestellt worden. Demnach soll einer der mittelfristig zur Abschaltung vorgesehenen Braunkohleblöcke des Kraftwerkes für einen Betrieb mit sogenannten Ersatzbrennstoffen umgerüstet werden. Diese werden in der Regel aus vorbehandeltem Restmüll hergestellt.

Anwohner der nahe gelegenen Wohnsiedlung am Glücksberg, die sich in einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen haben, haben sich deshalb nun mit einem Schreiben an die Fraktionen des Stadtrates gewandt und kurzfristig um nähere Informationen zu dem Projekt gebeten. "Wir als Anwohner haben diese leider nicht", heißt es in dem Brief. "In Anbetracht der bevorstehenden Wahlen, wo immer wieder betont wird, dass Bürgernähe und rechtzeitige Einbeziehung der Bürger im Vordergrund stehen, ist dieses Vorgehen ein großer Widerspruch."

Allerdings: Auch viele Mitglieder des neu gewählten Stadtrates scheinen die Überlegungen des Energieversorgers bislang noch nicht näher zu kennen. In ersten Reaktionen hatten sich Vertreter mehrerer Fraktionen gleichwohl grundsätzlich positiv zu dem Vorhaben geäußert. Die Bürgerinitiative will sich einen Standpunkt zu dem Projekt erst noch erarbeiten.

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8Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

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    acals
    14.08.2019

    Es spricht viel dafür, @cn3 ..., unseren Müll bei uns zu verbrennen. Eine Umstellung von Kohle oa Gas auf Müll muss aber perfekt sein, denn die Durchlaufzeit bei 1000 Grad Celsius (oder waren es sogar 1500?) muss mindestens eine Sekunde betragen. Nur wenn dies nachgewiesen wäre, und einer Dauerprüfung standhält, kann Dioxin-Bildung ausgeschlossen werden. Sicherlich ist der Schornstein 300 m hoch, aber auch Dioxin was erst in der Ukraine runterkommt schadet auch uns vor Ort, geschweige denn den Menschen dort.

    Ist eigentlich die Niederschlagsarmut des Chemnitzer Reviers im Vgl zu zBsp Leipzig oa Dresden auf den Schornstein zurückzuführen? Viele Schwebestoffe in der Luft in 300 m Höhe lassen Wasser eben nicht vor Ort kondensieren, sondern deutlich ausserhalb ... das wäre eine Frage an Onkel Max.

  • 1
    3
    Zeitungss
    14.08.2019

    Der bisher eine Rote kann nur ein Mitwirkender oder mein persönlicher Dauerroter sein, wer bisher Opfer war kommt hier nicht auf rot, nur mal so als Anmerkung. Gut ist nur, man muss seine Meinung weder rechtfertigen noch verteidigen, was gelegentlich wünschenswert wäre.

  • 1
    3
    Zeitungss
    14.08.2019

    @ @Tauchsieder: Die Gutsherrenart hat bekanntlich in jeder Verwaltung Einzug gehalten, wer mit solchen Einrichtungen zu tun hat, wird es bestätigen. Zugegeben, im Vogtland ufert es unter Führung unseres Landvogts aus, worüber hier schon sehr viel geschrieben wurde. Man könnte es im Vogtland auch schon als gut Tradition bezeichnen. Welche Partei das Zepter hier in der Hand hat und bisher immer hatte, wird jeder wissen, der noch einigermaßen am Ball ist.

  • 1
    1
    Tauchsieder
    14.08.2019

    Gar nichts, absolut gar nichts "cn3.....". Nur zeigt es auf, wenn eine Verwaltung nach Gutsherrenmentalität agiert, sich über Volkes Meinung hinwegsetzt, es zu solchen Auswüchsen wie hier im Vogtland kommen kann.
    Bitte keine weiteren Nachfragen!

  • 3
    3
    cn3boj00
    14.08.2019

    @Tauchsieder, was nun hat der Verfassungsschutz mit dem Chemnitzer HKW zu tun?

  • 3
    1
    Tauchsieder
    14.08.2019

    Das "Schmuddelkind" Vogtlandkreis ist beispielgebend für alle Landkreise im Freistaat. Frei nach der Devise - Nich' lang schnacken, Kopp in Nacken -. Das man da wie eine Billardkugel überall aneckt ist das Eine, aber man hat Tatsachen geschaffen. Eine Verwaltung die auf Gutsherrenmentalität agiert wünschen sich doch sicherlich einige der Verwaltungsstrukturen im Freistaat. Das man sich jetzt aber mit dem Verfassungsschutz auch noch angelegt hat, dass könnte einem den "Kopf" kosten.

  • 5
    1
    Zeitungss
    14.08.2019

    Liebe Chemnitzer, orientiert euch am Vogtlandkreis. Dort will auch kein Mensch eine Müllverbrennungsanlage, man verfeuert den Müll in regelmäßigen Abständen unkontrolliert in der Deponie Schneidenbach. Dagegen gibt es weniger Widerstand, eine derartige Anlage wäre dagegen das AUS fürs Vogtland. Beschwichtigende Worte der Behörden zum Zustand der Umwelt nach einem solchen Brand, sind reichlich vorhanden und werden unters Volk gebracht. Es wäre durchaus zweckmäßig, die Bürgerinitiative denkt einmal in diese Richtung. Der Vogtlandkreis kommt leider aus der Steinzeit nicht heraus.

  • 4
    3
    cn3boj00
    13.08.2019

    Bürgerinitiativen sind eine gute Sache , wenn man sich gegen staatliche Willkür wehren möchte. Aber man kann es auch übertreiben. Weil Eins jetzt teilweise statt Braunkohle Abfall zur Energiegewinnung verbrennen will wird der Glücksberg nicht zum Katastrophengebiet, zumal die Esse 300m hoch ist und Eins garantiert alle Anforderungen des Gesetzgebers erfüllen wird. Statt fossiler Kohle kostenlosen Müll, der sonst vielleicht in Indonesien im Meer Enden würde, zur Energieerzeugung zu verwenden ist ein gute Idee.
    Mir ist auch schleierhaft, was Pläne von privatwirtschaftlichen Unternehmen mit der bevorstehenden Landtagswahl zu tun haben.



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