Museum beleuchtet Rußdorfer Geschichte

Neue Schau erklärt die Entwicklung des Ortes und einen Gebietstausch

Limbach-Oberfrohna.

Dass Rußdorf eigentlich noch relativ junges Sachsengebiet ist, gehört zu einem Aspekt, der im Esche-Museum in Limbach-Oberfrohna näher beleuchtet werden soll. Die Beschäftigung mit der Historie des Ortes hat für das Museum so viel Material geliefert, dass sich daraus eine Schau zusammenstellen ließ, die den Titel "Rußdorf - 90 Jahre zu Sachsen" trägt.

Die Ausstellung soll unter anderem daran erinnern, dass es für die Bewohner des Ortes selbst im 19. Jahrhundert noch zur Normalität gehörte, sich beispielsweise zur Erledigung mancher Verwaltungs- und Behördenangelegenheiten auf einen etwas längeren Weg begeben zu müssen. Denn zuständig waren Einrichtungen in Altenburg. Hintergrund ist, wie das Museum mitteilt, dass Rußdorf in früherer Zeit zum Herzogtum Sachsen-Altenburg gehörte und damit im Gebiet von Thüringen lag.

Mit der Ansiedlung von Bauern kamen über die Zeit auch immer mehr Handwerker und Händler in den Ort. Später suchten sich auch Industriebetriebe dort einen Standort. Wie die Schau weiter aufzeigt, entwickelte sich Rußdorf so vom Bauern- zum Industriedorf. Die heimische Industrie war vor allem von der Produktion von Strümpfen und Handschuhen sowie weiterer Textilerzeugnisse geprägt. Im Umfeld gründeten sich Metallfabriken, die für die nötigen Ausrüstungen sorgten. 1928 änderte sich dann allerdings die Situation für Rußdorf, da es infolge eines Gebietstausches zu Sachsen kam.

Nach Angaben des Museums soll die Ausstellung zunächst das Leben im einstigen Rußdorf näher beleuchten, in dem es bis ins 20. Jahrhundert hinein namhafte Betriebe und reges Geschäftsleben gab. Zudem werde aber auch aufgezeigt, welche Folgen Inflation, sozialistische Wirtschaftspolitik und der Umbruch zur Wendezeit für Rußdorf hatten. Doch auch die Gegenwart von Rußdorf spielt in der Schau eine Rolle, in der es kleine Unternehmen mit internationalen Kontakten gibt. (reu)

Die Schau wird am Dienstag, 2. Oktober, um 18 Uhr eröffnet. Am Sonntag, 7. Oktober, findet um 15 Uhr eine Führung statt.

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