Musikmeile trotz Unwetter

Am Samstag feierten mehr als 1000 Besucher auf dem Brühl. Nachmittags noch im Sonnenschein - abends im Platzregen. Für die Chemnitzer kein Grund zum Aufgeben.

Laut, bunt und musikalisch zeigte sich der Brühl vom Samstagnachmittag an bis in den späten Abend. Gefeiert wurde dort die "Musikmeile Chemnitz" - ein Festival, das vor allem Bands aus der Region die Möglichkeit zur Präsentation liefert. Auch ein Unwetter mit Platzregen konnte die Besucher und Musiker davon nicht abbringen.

Gestartet war die Veranstaltung, die hauptsächlich vom Bandbüro, einem Verein zur Förderung der lokalen Musikszene, organisiert wurde, unter besten Wetterbedingungen. Sonnenschein und milde Temperaturen lockten Familien, Senioren, aber vor allem sehr viele junge Leute auf den Brühl. Gegen 18 Uhr schätzte Tobias Conrad vom Bandbüro das Besuchervolumen auf etwa 1500 Personen. Auf einer großen Bühne an Hermannstraße und Elisenstraße traten im Wechsel Bands auf, ein mobiler Proberaum lockte Kinder, sich an Instrumenten auszuprobieren und in einem Jam-Zelt konnte jedermann mitspielen. Dazwischen gab es kleine Soundinseln, geschaffen durch DJ-Auftritte und viel Gastronomie. Mutzbraten drehten sich über offenem Feuer, Flaschenbier und Eiskugeln wurden über Tresen gereicht.


Alles wirkte irgendwie szenig und sehr urban - bis Wolken aufzogen. Schnell verschwand die Menge, Besucher suchten Schutz, wo sie nur konnten. Besonders hart traf es den Auftritt der Postrock-Band "T is for Silence". Doch dann geschah ein kleines Wunder: Ein harter Kern von Besuchern versammelte sich vor der Bühne, hielt stoisch die Stellung, wollte sich den Musikgenuss nicht entgehen lassen - die meisten waren nass bis auf die Knochen, Schirme hatten nur wenige dabei. Zeit also, kreativ zu werden, dachten sich einige Anwohner. Sie platzierten spontan einen Pavillon vor der Bühne, der den Gästen Schutz bot. "Wir hatten kurz überlegt, alles abzublasen, aber die Stimmung an der Bühne war gut, also beschlossen wir, weiterzumachen", so Tobias Conrad.

Eine gute Entscheidung, wie sich zeigte. Denn schon zum Auftritt der Band "Caspian Sea Monster" standen wieder mehrere hundert Gäste vor der Bühne, mehr sogar beim Headliner "Jaguwar". Mutzbraten wurden trotzdem weiter über dem offenen Feuer gegrillt, im Jam-Zelt wurde durchweg musiziert und in den Hauseingängen wurden Gespräche geführt. In der Balboabar war den ganzen Abend über Aftershow, später sammele sich dort alles, um bis zum Morgengrauen nicht nur die Chemnitzer Musikmeile zu feiern, sondern auch die Tatsache, dass die Chemnitzer ein solches Festival annehmen und sich dabei auch nicht vom Wetter beirren lassen.

Wenn es nach den Veranstaltern geht, soll es im kommenden Jahr eine Neuauflage des Festivals geben.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 3 Bewertungen
1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 3
    0
    Pedroleum
    15.07.2019

    Zitat: „Besonders hart traf es den Auftritt der Postrock-Band ,T is for Silence‘.“

    Die Synthie-Pop-Band Die Kerzen traf es noch härter, denn sie konnten wegen des Wolkenbruchs gar nicht auftreten.



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