Mutmaßlicher Vergewaltiger war gerade erst verurteilt

Entführung einer jungen Frau: Bei dem Täter soll es sich um einen Aktivisten der asyl- und fremdenfeindlichen Szene handeln.

Chemnitz.

Im Fall des Mannes, der vergangene Woche eine junge Chemnitzerin in seine Gewalt gebracht, sie mit einem Auto entführt und schließlich vergewaltigt haben soll, sind neue Details bekannt geworden. Wie eine Justizsprecherin bestätigte, war der 26-Jährige bereits seit Frühjahr 2018 nicht mehr im Besitz einer Fahrerlaubnis. Der Grund: Trunkenheit am Steuer und Fahrerflucht.

Erst Mitte vorvergangener Woche hatte er sich deswegen vor Gericht verantworten müssen, nachdem er im April 2018 mit 1,33Promille von der Stollberger Straße abgekommen war. Anschließend fuhr er weiter. Das Urteil: 1800 Euro Strafe, drei Monate Fahrverbot.


Nur eine Woche und einen Tag nach der Verhandlung irrte der Mann offenbar über mehrere Autobahnen und legte dabei Hunderte Kilometer zurück. Mit ihm im Auto: Eine Bekannte, die er am frühen Morgen aus ihrer Wohnung in Chemnitz heraus gewaltsam in den Wagen gezwungen haben soll. Von dort ging es dann bis nach Bad Hersfeld (Hessen) und später wieder zurück nach Sachsen. Unterwegs soll er die 24-Jährige vergewaltigt haben. Am späten Abend wurde der Mann im Landkreis Zwickau festgenommen. Die Frau kam mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus.

Doch nicht nur der außergewöhnliche Fall selbst sorgt für Diskussionsstoff. Mittlerweile hat sich bestätigt, dass es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen Aktivisten der asyl- und fremdenfeindlichen Szene handelt. Er soll zuletzt wiederholt bei Demonstrationen und Kundgebungen der in Teilen rechtsextremen Gruppierung Pro Chemnitz im Einsatz gewesen sein. In den zurückliegenden Jahren trat er vor allem bei Aktionen von Asylgegnern in Einsiedel in Erscheinung. Zeitweise fungierte er dort bei wöchentlichen Demos als Ansprechpartner für Ordner. Fotos auf einschlägigen Internetseiten zeigen ihn auch als Redner und als Teil einer Delegation von Asylgegnern aus Einsiedel in Brandenburg. Für die Behörden war der junge Mann zuletzt offenbar nur schwer zu greifen. Das Kassen- und Steueramt der Stadt musste ihm eine Sendung öffentlich zustellen - per Bekanntmachung im Amtsblatt.

Bewertung des Artikels: Ø 4.3 Sterne bei 9 Bewertungen
14Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 7
    4
    BlackSheep
    23.01.2019

    @DTRFC2005, das kann ich ihnen erklären. Das unsere Politiker und viele Mitkommentatoren bei Straftaten von Ausländern bagatellisieren und kleinreden ist eine Erfahrung die viele nicht teilen können. Bei dem Thema Köln wurde kleinegeredet nach besten Kräften, Zitat "eine Armlänge abstanhalten" und auch dort werden viele Opfer ihres Lebens nicht mehr froh. Die Äußerungen von Kristina Schröder und Markus Ulbig sind Ihnen sicher ein Begriff, aber eine Diskussion über diese Probleme wird ja tunlichst vermieden.
    Ihr Kommentar ist einseitig weil Sie die Probleme die eben durch Flüchtlinge entstehen ignorieren und wegreden.

  • 7
    7
    DTRFC2005
    23.01.2019

    @thomboy: Es ist doch letztlich völlig gegenstandslos, welcher Herkunft der Täter hat, wo er aktiv ist oder nicht. Das Opfer wird ihres Lebens nicht mehr froh, soviel steht fest. Das einzige was ich persönlich nicht schön finde, sind die einseitigen Kommentare unter den verschiedenen Meldungen der Presse. Handelt es sich um einen Ausländer, überschlagen sich die Kommentare. Handelt es sich nicht um einen Ausländer, sondern vermeintlichen Deutschen, der etwas gegen Flüchtlinge hat, ist Ruhe im Schacht. Das ist auch das einzige was mich aufstößt. Ihre zwei stetigen Kommentare der leeren Innenstädte und der gefühlten Unsicherheit sind Ihre Meinung und das ist ihr gutes Recht. Das wirkt aber auf andere wie eine einseitige Denkweise. Zum Täter kann ich nur sagen, das es ein sehr verwirrter Mann sein muss. Ein Profiler und/oder Psychologe würde allein an Hand seiner Facebookprofilangaben - "gefällt mir Button bzw. Angaben" - in Verbindung mit dem Tathergang psychologische Ungereimtheiten feststellen.

  • 4
    7
    Blackadder
    23.01.2019

    @thomboy: "Er soll zuletzt wiederholt bei Demonstrationen und Kundgebungen der in Teilen rechtsextremen Gruppierung Pro Chemnitz im Einsatz gewesen sein. "

    Steht so im Artikel.

  • 6
    7
    23.01.2019

    Wo steht das er bei ProChemnitz aktiv war und auch bei ProChemnitz sind viele Ausländer dabei, was nichts heisen soll. ProChemnitz ist ja nich Ausländerfeindlich oder dergleichen.

  • 7
    5
    DTRFC2005
    23.01.2019

    @Interessierte: Ein "Asylkritiker", wie ihn Blackadder nennt, muss doch nicht zwingend Deutsch stämmig sein. Ich selbst habe ein syrisches Ehepaar vor langer Zeit mal kennengelernt. Die beiden sind nicht begeistert davon, das unter den Flüchtlingen einige kriminelle mit eingereist sind. Es steht ja auch keinem auf der Stirn geschrieben. Die beiden könnte man also auch als Asylkritiker bezeichnen. Der feine Unterschied zu dem Einsiedler besteht darin, das die beiden nicht alle in einen Topf werfen, wie es bei AFD, Pegida und Co an der Tagesordnung ist. Da ist ja jeder ausländisch aussehende Bürger ein Krimineller und jeder der etwas anderes behauptet, ein linker.

  • 6
    6
    Blackadder
    23.01.2019

    @Interessierte: Es handelt sich um einen Einsiedler Bürger, der bei ProChemnitz und Einsiedel wehr sich als Ordner aktiv war. Wie wahrscheinlich ist es bitte, dass es sich um einen Ausländer handelt?

  • 4
    9
    Interessierte
    23.01.2019

    Hier steht nichts davon , dass es ein Deutscher ist , und im vorangegangenen Beitrag auch nicht ...

  • 11
    9
    22.01.2019

    DTRFC2005 Aber IHR seid doch immer diejenigen die immer sagen man "soll nicht verallgemeinern" und solle die tat nicht "instrumentalisieren" und was macht ihr? Sofort ist es ProChemnitz obwohl die damit nicht das Geringste zu tun haben. Schöne Doppelmoral!

  • 14
    6
    CPärchen
    22.01.2019

    Zur Verteidigung von Pro Chemnitz sei aber erwähnt, dass dies der erste Vorfall aus den eigenen Reihen war. Des Weiteren dürfte die Reaktion eine andere seien, als zwischen vereinzelten Ausländern. Pro Chemnitz wird den Täter absägen und komplett ausschließen aus der Gruppe.
    Bin selbst kein Anhänger von Pro Chemnitz, aber so schätze ich deren Reaktion ein.

    Kleiner Hinweis an FP: Vielleicht möchte Pro Chemnitz etwas dazu sagen. Sie sollten die Gelegenheit bekommen, sich zu äußern, wenn sie das möchten.

  • 12
    11
    DTRFC2005
    22.01.2019

    thomboy misst, und wer hätte es gedacht, mit zweierlei Maß inklusive Doppelmoral. Die gefühlte Unsicherheit und leeren Innenstädte sind ja sein Ding, aber nur wenn Ausländer die Täter sind.Ich warte ja nur noch auf den Aufruf und den Aufschrei von Pro Chemnitz, Pegida und AFD, natürlich die damit verbundene Demo nicht zu vergessen. Ich hoffe sehr die Frau bekommt einen super Psycholgen an die Hand, um das Geschehen zu verarbeiten. Das wünsche ich mir für jedes Opfer einer Straftat, nicht das es zu Irritationen kommt.

  • 17
    22
    Blackadder
    22.01.2019

    @thomboy: Es geht eben darum, dass es doch gerade immer wieder die Asylkritiker sind, die betonen, man müsse deutsche Werte schützen und die Frauen vor den "Invasoren" schützen. Es ist eine ganz spezielle Gruppe von Menschen, die sich selbst so definiert - wenn diese selbst gesteckten Ansprüche dann nicht erfüllt werden, kann man da durchaus drauf hinweisen.

    Bei Flüchtlingen gilt dieser enge Gruppenanspruch nicht, da es nun mal Menschen verschiedenster Alters- und Bildungsstruktur sind, alte und junge, Männer und Frauen, ein paar kriminelle und viele nicht kriminelle. Aber ganz bestimmt keine Gruppe, die anderen etwas vorwirft und sich selbst erhöht.

  • 22
    15
    DTRFC2005
    22.01.2019

    @Blackadder: Ich wollte bis heute Abend abwarten, ob sich den die anderen fleißigen Kommentatoren melden. Ich vermute aber das wird nicht passieren, da es kein Ausländer ist. Das macht mich, ganz ehrlich gesagt, wütend. Dabei ist es ist völlig egal, welche Herkunft der Täter hat, das kann ich nur immer wieder betonen. Aber warum wird nur bei Ausländern als Täter so fleißig kommentiert?

  • 21
    19
    22.01.2019

    Blackadder: Sonst sind es immer die berühmten "Einllfälle". Hier ist es gleich "ProChemnitz". Die berühmte linke Doppelmoral.

  • 17
    24
    Blackadder
    22.01.2019

    ProChemnitz schützt also unsere Frauen. Ich hoffe doch, mein Kommentar wird jetzt freigeschalten, wenn die alten schon nicht wieder erscheinen...



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