Mutter lässt die Tochter alt aussehen

Viel Spaß hatten zwei Chemnitzerinnen bei einem Model-Wettbewerb. Die Jüngere weiß jetzt, warum es für sie nicht gereicht hat.

Laufen, drehen, die Haare werfen: Fast 20 Frauen haben sich am Donnerstagabend an einem Wettbewerb rund um die Schönheit beteiligt. In der Galerie Roter Turm wurden Mannequins für die Modenächte gesucht. Am kommenden Wochenende sollen sie mit Grazie und Glanz im Haar die Besucher begeistern.

Esther Drescher und ihre Tochter Sarah Stys kamen bis in die letzte Runde des Wettbewerbs. Doch dann wurde die Mama zur Jury gerufen. Ob sie ihrer Tochter schonend beibringen könne, dass sie, die Mutter, eine Runde weiter sei, ihre 15-jährige Tochter jedoch nicht? Keine leichte Aufgabe für die Chemnitzerin, die vorher schon an Modelveranstaltungen mitgewirkt hat. Ihre Jüngste nahm die Absage aber mit Fassung. "Ich kann auch verlieren", sagte die Schülerin. "Dann schaue ich Mama eben beim Modeln zu."

Die Inhaber einer Chemnitzer Modelagentur, von Friseur-Geschäften sowie eines Haarpflegegeräte-Herstellers hatten das Casting organisiert. Für mehrere Modenschauen im Rahmen der am kommenden Freitag und Samstag stattfindenden Innenstadtveranstaltung suchten sie Frauen mit besonders auffallender Haarpracht. Mindestens schulterlang sollte sie sein, lautete die Vorgabe. Esther Drescher und ihre Tochter Sarah erfüllten es beide - die eine mit blonder, die andere mit schwarzer Mähne. Sarah Stys' Bewerbung scheiterte am Ende auch nicht an splissigen Spitzen, sondern am Gang auf hohen Hacken. "Es reicht leider nicht für den Laufsteg", hatte die Jury geurteilt. Sie habe es sich schon gedacht, kommentierte Sarah Stys mit einer wegwerfenden Handbewegung. "Auf hohen Hacken bin ich echt nicht so doll", urteilte sie selbst. Dafür sei sie im Fußballspielen großartig. Bis zum Beginn der Sommerferien kickte sie regelmäßig, "dann kam ich in die zehnte Klasse und will mich nun mehr den schulischen Aufgaben widmen", sagte sie.

Die Teilnahme am Modelcasting bereute die Schülerin dennoch nicht. Sie habe spannende Erfahrungen dort gemacht und jetzt auch die Abläufe einer solchen Auswahl kennengelernt. Auf dem Neumarkt, vor den Rathaus-Passagen, auf dem Rosenhof, auf dem Düsseldorfer Platz und in einigen Geschäften der Innenstadt werden am Freitag und am Samstag insgesamt 75 Modenschauen gezeigt. Neben den nun gecasteten Laufstegschönheiten präsentieren unter anderem auch Mitarbeiter des Handelshauses Peek&Cloppenburg die Trends.

Esther Drescher und ihre Tochter können die Modenächte dann nach den Schauen gemeinsam ausklingen lassen. Denn alle Bewerber hatten als Belohnung für ihre Vorstellung unter anderem Promi-Karten für die After-Show-Party im Chemnitzer Club "Satir" erhalten. Und dort muss nicht auf hohen Hacken gefeiert werden. Rein kommen Mädels auch in hübschen Sportschuhen.

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