Nach Angriff auf jüdisches Restaurant in Chemnitz: Köpping kündigt Initiative gegen Antisemitismus an

Die Staatsministerin hat sich am Mittwochvormittag mit dem Betreiber des "Schalom" getroffen.

Das Restaurant "Schalom" in Chemnitz war am Abend des 27. August nach einer Demonstration im Stadtzentrum unter anderem mit Steinen und Flaschen angegriffen worden.

Für Sie berichtet: Michael Müller

Sachsen bereitet eine Kampagne gegen Antisemitismus vor. Sie soll im kommenden Jahr im Rahmen des Landesprogramms "Weltoffenes Sachsen" gestartet werden, kündigte Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) am Mittwochvormittag bei einem Besuch des Restaurants "Schalom" in Chemnitz an. Das jüdische Restaurant mit koscherer Küche war am Abend des 27. August von einer Gruppe bislang unbekannter Täter unter anderem mit Steinen und Flaschen angegriffen worden. Zuvor hatte es im Stadtzentrum eine Demonstration gegeben, an der zahlreiche Vertreter der rechten Szene und des Hooligan-Spektrums teilgenommen hatten. "Wir dürfen so etwas unter keinen Umständen tolerieren", sagte Köpping. Derlei Vorfälle seien ihrer Ansicht nach kein spezifisch Chemnitzer Problem. "So etwas gibt es leider überall in Sachsen", so die Staatsministerin.  

In sozialen Netzwerken waren nach Bekanntwerden des Angriffs Zweifel laut geworden, ob sich die Tat überhaupt ereignet habe. Zur vermeintlichen Begründung hieß es, das "Schalom" habe montags üblicherweise geschlossen. Betreiber Uwe Dziuballa erläuterte im Gespräch mit Köpping, dass Schließtage regelmäßig für Veranstaltungen eines gleichnamigen Kulturvereins genutzt werden. Am Abend des 27. August habe es im "Schalom" einen Vortrag über die Arisierung von Wirtschaftsbetrieben während der NS-Herrschaft gegeben. Von dem Vorfall existierten zudem Fotos, die er der Polizei zur Verfügung gestellt habe.

Zum Beitrag: So erlebt die Jüdische Gemeinde die Stadt

1Kommentare
👍13👎2 DTRFC2005 12.09.2018 Menschen, die sich in Sozialen Netzwerken, meist Anonym und stets am beleidigen Andersdenkender, tummeln lassen sich von knallharten Fakten nicht überzeugen. Jeder sollte sich mal vor den Spiegel stellen,sich genau betrachten und sich selbst ein Feedback geben. Dazu sind aber viele nicht mehr willens oder in der Lage.Schade und sehr traurig.
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