Nach Aufruf: Drei Lehrer wollen an die Oberschule

In Mittelsachsen fehlen kurz vor Schuljahresbeginn immer noch Pädagogen

Freiberg.

Der Hilferuf aus Sachsens Kultusministerium scheint angekommen zu sein: Drei Gymnasiallehrer haben bislang ihre Bereitschaft erklärt, für ein Jahr an einer Oberschule in Mittelsachsen zu unterrichten. Die wachsende Anzahl unbesetzter Stellen an Ober- und Förderschulen in der Region hatte das Chemnitzer Schulamt zu dem Schritt veranlasst - wohl wissend, dass es auch an Gymnasien keinen Überschuss an Lehrkräften gibt.

Der Sächsische Lehrerverband (SLV) appellierte schon im Juli an ausgebildete Junglehrer in Sachsen und darüber hinaus, "die Angebote an erstklassigen freien Stellen" zu nutzen, auch wenn diese nicht der ausgebildeten Schulart oder der Wunschregion entsprächen. "Die Flexibilität von Bewerbern wird mit einem erstklassigen Einstellungsangebot belohnt: gute Arbeitsbedingungen und hohes Einkommen durch Verbeamtung in allen Schularten", so Jens Weichelt, Landesvorsitzender des SLV.

"Nach wie vor sind noch Meldungen möglich", erklärt Kerstin Fechert, stellvertretende Pressesprecherin im Landesamt für Schule und Bildung des Chemnitzer Bereiches. Weitgehend berücksichtigt werden soll nach ihren Worten der Wunsch der Interessenten nach ihrem künftigen Arbeitsort. Aber erst nach Abschluss der Einstellungsverfahren stehe fest, an welchen Schulen sie konkret eingesetzt würden.

Außerdem sind in Mittelsachsen acht Schulleiterstellen vakant. Nach Fecherts Worten laufen Ausschreibungen oder die Einstellungsverfahren sind noch nicht abgeschlossen. "Ungeachtet dessen ist die Leitung der Schule auch in der Übergangsphase abgesichert", erklärt sie. An fünf Grund- und zwei Oberschulen im Landkreis sowie an einem Gymnasium in Brand-Erbisdorf müssen Chefsessel neu besetzt werden.

Wie viele Lehrer zwei Wochen vor Beginn des neuen Schuljahres insgesamt an Bildungseinrichtungen in Mittelsachsen noch fehlen, dazu macht das Amt keine konkreten Aussagen. Erst kurz vor dem Schulstart werde das vorläufige Ergebnis noch laufende Einstellungen vom Kultusministerium bekannt gegeben, hieß es auf Anfrage. Mit Stand Juni hatten sich laut dem Ministerium im Chemnitzer Amtsbereich für alle Schularten zusammen 178 ausgebildete Lehrer beworben. Hinzu kommen, so Kerstin Fechert, Bewerbungen von Seiteneinsteigern, die sich derzeit im Prüfverfahren befinden.

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