Nach Ausschreitungen: Tote Hosen, Kraftklub und Marteria kommen nach Chemnitz

Kostenloses Konzert gegen Rechtsextremismus und Rassenhass am Montag in der Innenstadt

Chemnitz.

"Irgendwann kommt für jeden mal der Tag, an dem man sich entscheiden muss/Auf welcher Seite man im Leben ist", singt eine der erfolgreichsten Rockbands, Die Toten Hosen, in einem Song namens "Auswärtsspiel". Sie selbst haben nie ein Geheimnis daraus gemacht, auf welcher Seite sie stehen. Und seit Mittwochnachmittag steht fest, dass ihr nächstes Auswärtsspiel nach Chemnitz führt, wo am Montag ab 17 Uhr ein ganzes Star-Ensemble auftritt, um der Stadt in der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und Rassenhass beizustehen.

Vor den Toten Hosen hatten bis Mittwochnachmittag bereits Marteria und Casper, K.I.Z. und Kraftklub, Feine Sahne Fischfilet sowie Trettmann und Nura (von SXTN) zugesagt. Das Motto der Veranstaltung heißt "#wirsindmehr". Nach einem von Rechtspopulisten organisierten Aufmarsch mit 6000 Teilnehmern am Montagabend, bei dem es zu Ausschreitungen sowie rassistischen und neonazistischen Sprechchören gekommen war und die Polizei an den Rand der Überforderung geriet, hatten sich liberale und demokratische Kräfte schockiert über das Ausmaß an Hass gezeigt.

Die Reihe "Rock am Kopp" war ursprünglich als Instrument des Stadtmarketings entstanden. Das Konzept: kostenlose Musik für alle. Seit 2014 traten Musiker wie Bilderbuch, Megaloh, Trettmann, Zugezogen Maskulin und SXTN auf. Ein Lineup wie am kommenden Montag hat es in der Geschichte der Reihe noch nicht gegeben. (ros)

Konzert: Ab 17 Uhr am Karl-Marx-Monument in Chemnitz, Eintritt frei.

Bewertung des Artikels: Ø 3.8 Sterne bei 10 Bewertungen
13Kommentare
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  • 5
    1
    Einspruch
    31.08.2018

    Unter Jugendlichen ist diese Art Auftritte zur Zeit relativ angesagt. Als selbst betroffener Elternteil habe ich mir jetzt mal die Mühe gemacht, ein paar Rückblicke zu gewähren, wofür Linke, die zu Extremen neigen, stehen. Auch, was ein korruptes linkes System, in dem wir ja selbst aufgewachsen sind, so an Konsequenzen mit sich bringt. Am Ende war da nichts mehr cool. Auf die vielen während ihres bisherigen Daseins lieb gewonnenen Dinge wollten sie dann doch nicht verzichten.
    Wer noch die DDR richtig mit erlebt hat, weiß, was ich alles meine.
    Von mir aus kann mein Nachwuchs sich jetzt den Käse anhören. Hauptsache, er sieht ihn kritisch und lässt sich nicht vereinnahmen.

  • 5
    3
    Hinterfragt
    31.08.2018

    "...muss man nach den rechtsextremen Schlagzeilen nun unbedingt mit linker Musik
    wieder in das andere Extrem fallen?..."

    Man könnte es mit einer brennenden Ölquelle vergleichen, dies wird i.d.R. auch mit einer gezielten Sprengung gelöscht.

  • 7
    7
    franzudo2013
    30.08.2018

    Der Ruf dieser Stadt leidet durch die Lügen der überregionalen Presse. Es wäre die Aufgabe der OB gewesen, die Stadt vor Begriffen wie "Hetzjagd" in Schutz zu nehmen. Stattdessen wird ein Konzert spendiert. Ich werde nichr hingehen zu diesem FDJ-Festival.

  • 7
    8
    Einspruch
    30.08.2018

    Klingt nach staatlich organisierter Berieselung. Als Ersatz für die Gemüter in Chemnitz sicher nur für eine Zielgruppe geeignet.
    Neigen offenbar ebenfalls zu extremen Handlungen, (Oder ist der Verdacht der Brandstiftung und Drogenkonsum etc. ausgeräumt?) Musikalisch sicher auch kein großer Wurf. Als Kultureller Beitrag wären andere Dinge sicher besser geeignet.

  • 11
    8
    fschindl
    30.08.2018

    Kraftklub...Tote Hosen? ganz grosses Kino...Chemnitz kapiert es einfach nicht, muss man nach den rechtsextremen Schlagzeilen nun unbedingt mit linker Musik
    wieder in das andere Extrem fallen?

  • 18
    13
    Hinterfragt
    30.08.2018

    Und die Teilnehmer haben alle eine "Weiße Weste"?
    - Drogendelikte,
    - angezündete Mülltonnen zur (Gegen)Demo,
    - Hausfriedensbruch, ...

  • 13
    14
    Tauchsieder
    30.08.2018

    Erinnert einen fatal an den DDR-Singclub.

  • 16
    5
    interessierterleser
    30.08.2018

    Ändern wird sich etwas. Die Menschen in unserer schönen Stadt fangen endlich an wieder politisch zu diskutieren und sich zu positioneren. Mit Unterstützung von vielen Menschen in unserem Land, die keine Lust auf Hitlergruß-zeigende Vollidioten_Innen und Ich-bilde-mir-meine-eigene-Meinung-und-ignoriere-Fakten-Mitläufer_Innen haben.

  • 12
    9
    Blackadder
    30.08.2018

    Natürlich kann ein solches Konzert nur der Anfang sein, es müssen viele Aktionen und Gespräche folgen, ABER was Chemnitz jetzt erstmal dringend braucht sind andere Bilder deutschlandweit. Jemanden, der den Ruf dieser Stadt rettet. Dass hierfür mal wieder die Kulturszene einspringt, ist löblich. Ich möcht Kraftklub extra dafür danken.

  • 5
    7
    submain
    30.08.2018

    Naja, normal muss man für ein Konzert der Toten Hosen viel Geld zahlen. Am Montag dürfen die gebeutelten Chemnitzer diese umsonst erleben... Das ist doch mal was....
    Auf jeden Fall etwas Abwechslung zu dem ständig dargebotenem Hip Hop und Kraftklub-Rock/Pop...

  • 6
    6
    ChWtr
    29.08.2018

    Ich finde die Aktion sehr gut und es sollten sich noch mehr bundesweit bekannte Bands an diesem Konzert beteiligen.

    Wenn die Konzerte nicht für anderweitige polit. Statements instrumentalisiert werden, ist "das Flagge zeigen" ein wichtiger und richtiger Schritt.

    Das Dilemma der unkontrollierten Zu- bzw. Einwanderung steht jedoch weiterhin auf der Tagesordnung und wird solange Nahrung erhalten, bis endlich diese unsäglichen Übergriffe aufhören.

    Leider wird das sehr wahrscheinlich nicht passieren und die Gesellschaft wird vor weiteren Herausforderungen stehen.

    Es liegt an uns, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.
    Linke gegen Rechte Gewalt ist jedenfalls die falsche Antwort.

  • 16
    20
    hei
    29.08.2018

    Und was ändert sich danach? Nichts!

  • 21
    33
    DerKuckuck
    29.08.2018

    Aha haben wohl mal wieder ein Album zu promoten? Wie war das mit dem Instrumentalisieren?



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