Nach Beschluss zu Freibad - CDU sieht keinen Ärger

Die Fraktion der Christdemokraten kämpft für den Erhalt des Bades in Erfenschlag. Der CDU-Bürgermeister hat andere Pläne.

Nach dem Beschluss des Stadtrates, das Erfenschlager Freibad nicht abzureißen und von einer Betreibergesellschaft möglichst unter Einbindung des Bürgervereins Erfenschlag wieder zu öffnen, sieht CDU-Bürgermeister Ralph Burghart keinen Streit bei den Chemnitzer Christdemokraten. Das sagte Burghart auf Nachfrage von "Freie Presse". Der Beschluss, der im Stadtrat nach kontroverser Debatte mehrheitlich angenommen worden war, geht auf einen Antrag der CDU-Fraktion zurück. Er ist konträr zum Antrag der Stadtverwaltung, der von Burghart als Bürgermeister eingebracht worden war. Dieser Antrag sah vor, das Freibad abzureißen und durch eine naturnahe Freizeit- und Erholungsfläche mit Spielplatz zu ersetzen.

Burghart bedauert, dass es nicht zu einer Mehrheit für den Verwaltungsvorschlag gekommen ist. "Unsere Lösung hätte für die Erfenschlager schnell was gebracht, schon im nächsten Jahr." Dagegen werde das Freibad und damit das Areal auch 2020 geschlossen bleiben. "Es wird dann nicht geöffnet sein", betonte Burghart. Laut Stadtratsbeschluss muss die Verwaltung nun bis zur Diskussion über den Doppelhaushalt 2021/2022 ein Konzept für die Sanierung oder einen Neubau des Bades einschließlich der notwendigen Investitionen und die Betreibung vorlegen. Er selbst gehe als Bürgermeister professionell mit dem Beschluss des Stadtrates um, sagt Ralph Burghard. "Das ist mein Job. Egal, welches Parteibuch ich habe."

Wäre er selbst noch CDU-Stadtrat gewesen und kein Bürgermeister, hätte er sich dem Antrag der eigenen Fraktion ebenfalls verweigert, sagt Burghart. "Ich hätte nicht den Arm für diesen Antrag gehoben." Dennoch sei das Tischtuch zwischen ihm und der CDU in keiner Weise zerschnitten. "Wir mögen uns noch. Ich sehe den Antrag der CDU-Fraktion nicht als Angriff auf den eigenen Bürgermeister."

Das sieht der Fraktionschef der Christdemokraten im Stadtrat, Tino Fritzsche, ähnlich. Er habe nach wie vor ein "herausragendes Verhältnis" zu Ralph Burghart, sagte Fritzsche auf Nachfrage. Der Bürgermeister mache seinen Job, die CDU-Fraktion ihren, fügte er hinzu.

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