Nach Diebstahl: Keine Holzbank mehr für den Spitzberg

Unbekannte haben die bei Wanderern beliebte Sitzgelegenheit in Altenhain entwendet - nicht der erste Verlust für die Frau, die sie geschaffen hat.

Die rustikale Holzbank auf dem Spitzberg in Altenhain ist für viele Wanderer aus der Umgebung eine willkommene Gelegenheit zum Verschnaufen gewesen. Bei guter Sicht könne man von dem Standort aus weit ins Erzgebirge bis zum Fichtelberg und zum Keilberg blicken, sagt Silvia Fränzel. Die Adelsbergerin hat die Bank vor rund anderthalb Jahren aus Eichen- und Fichtenholz gebaut und auf dem Spitzberg aufgestellt. Doch nun ist das Sitzmöbel verschwunden.

Am Dienstag voriger Woche sei die Bank plötzlich weg gewesen, erzählt Silvia Fränzel. "Man hat sie mir gemaust", sagt sie. In dieser schwierigen Zeit sei eine gestohlene Bank zwar eigentlich unwichtig, doch sie sei trotzdem wütend über den dreisten Diebstahl. Womöglich ist das Tatauto, mit dem die Bank abtransportiert wurde, gesehen worden, vermutet sie. Zwei Männer hätten einen Geländewagen mit Chemnitzer Kennzeichen an dem Tag, an dem die Bank verschwunden ist, beobachtet, sagt Silvia Fränzel. Sie hofft, dass aufmerksame Menschen die Bank entdecken, und sie dann wieder zurück auf den Spitzberg kommt. "Ich habe den Diebstahl auch angezeigt. Die Polizei ermittelt", sagt die Frau. Da die Sitzgelegenheit ziemlich schwer ist, vermutet sie mehrere Täter, die die Bank in ein Auto getragen haben. "Oder die Bank wurde auseinandergeschraubt und weggebracht."

Es sei nicht der erste Diebstahl von einer ihrer Holzarbeiten gewesen, erzählt die 53-Jährige. Vor etwa drei Jahren hat sie begonnen, mit der Kettensäge Holz zu bearbeiten. Vor einiger Zeit sei ein von ihr aus einem Baumstamm mit der Kettensäge geschnitztes Waldmännlein gestohlen worden. Der Stamm, der an einem Waldrand nahe der Altenhainer Dorfstraße stand, wurde einfach abgesägt und abtransportiert, sagt Silvia Fränzel. Auch ein geschnitzter Käfer sei verschwunden. Er wurde von ihrem Grundstück entwendet, so Fränzel.

Obwohl es ihr für die Wanderer leid tue, wird auf dem Spitzberg keine Bank wieder aufgestellt werden. Silvia Fränzel möchte das zwar, aber ihr Mann, der ihr beim Zusammenbau der Bank helfen müsste, ist dagegen. "Jetzt ist Schluss", sagt er rigoros. Der Standort auf dem Berg sei sehr beliebt gewesen, berichtet seine Frau. Viele Altenhainer hätten ihre Enkel und den Picknick-Rucksack genommen und die Ruhe auf dem Spitzberg genossen. Anfragen, die mittlerweile gestohlene Bank zu verkaufen, habe es vorher genügend gegeben, so die 53-Jährige. Doch sie wollte "allen müden Wanderern den Blick in das herrliche Erzgebirge ermöglichen".

Trotz der Diebstähle habe sie aber noch genügend Motivation, mit ihrem Hobby weiterzumachen, sagt sie. Derzeit arbeitet Silvia Fränzel an einer Bank, die am Kunnerstein in der Nähe von Augustusburg aufgestellt werden soll. "Sie ist fast fertig", sagt die Adelsbergerin.


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