Nach Urteil bei Mann erneut Drogen gefunden

Ermittlungsrichter erlässt Haftbefehl wegen Fluchtgefahr

Ein 29-jähriger Mann, der zu Wochenbeginn nach einem Drogenfund in seiner Wohnung in Kappel festgenommen worden war, hatte sich erst in der vergangenen Woche wegen des Besitzes von Rauschgift vor dem Amtsgericht verantworten müssen. Das hat Oberstaatsanwältin Ingrid Burghart auf Anfrage der "Freien Presse" bestätigt.

Der Mann war am Dienstag voriger Woche wegen des Besitzes von Marihuana zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt worden. Die Bewährungszeit beträgt zwei Jahre. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung hatten Polizisten die Drogen gefunden. Vor Gericht hatte die ermittelnde Kriminalobermeisterin ausgesagt, dass der Mann eine Plantage in einem Zimmer angelegt hatte. Neben fünf Cannabispflanzen wurden 38 leere Pflanztöpfe gefunden.

Zum Zeitpunkt des Urteils war gegen den Mann, der 1990 in Karl-Marx-Stadt geboren wurde, bereits ein weiteres Ermittlungsverfahren anhängig, zu dem auch ein Durchsuchungsbeschluss vorlag, so die Oberstaatsanwältin. "Es hatten sich Hinweise auf weitere Straftaten ergeben", erklärte sie. Dieser Durchsuchungsbeschluss wurde am Montag vollstreckt. Dabei fanden die Beamten 820 Gramm Marihuana. Der Mann wurde festgenommen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ ein Ermittlungsrichter einen Haftbefehl wegen Fluchtgefahr, so Burghart weiter. Zum einen drohe der Widerruf der Bewährung, zum anderen sei eine wesentlich höhere Gesamtfreiheitsstrafe möglich, erläuterte die Oberstaatsanwältin. Solange die Fluchtgefahr bestehe, werde der Haftbefehl aufrechterhalten, sagte sie. Wann mit dem Abschluss der Ermittlungen zu rechnen ist, sei derzeit unklar.

Der Mann hatte den ersten Fund von Drogen in seiner Wohnung vor Gericht nicht bestritten. Er erklärte, dass er die Rauschmittel wegen seiner psychischen Erkrankung anbaue und konsumiere, er sei manisch-depressiv. Er finde hier keinen Arzt, der ihm Cannabis als Medikament gegen die Krankheit verschreibe. Mit Marihuana komme er besser klar als mit Tabletten. "Die gehen auf die inneren Organe und haben Nebenwirkungen", hatte er vor Gericht erklärt. Ein Attest für seine Krankheit konnte er jedoch nicht vorlegen. Auch in Behandlung sei er nicht, hatte der Mann ausgesagt.

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