Nach Vorfällen: Stadt schult Bad-Personal

Ordnungsdienst soll präsenter sein - Stellen zum Teil noch unbesetzt

Die Freibadsaison 2018 ist in Gablenz und Bernsdorf von Zwischenfällen überschattet gewesen. Mehrfach waren Mädchen belästigt oder ist ihnen nachgestellt worden. Die Tatverdächtigen, meist mit Asyl-Hintergrund, waren zum Teil noch Kinder. Um derartige Vorfälle in der kommenden Freibadsaison möglichst zu verhindern, sollen die Mitarbeiter geschult werden, kündigten Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig und Ordnungsbürgermeister Miko Runkel am Dienstag an. Ziel ist, dass das Bad-Personal schon frühzeitig kritische Situationen erkennt, wenn es am Beckenrand oder im Wasser Konflikte geben könnte. Mitarbeiter sollen deeskalierend einwirken und bei Bedarf schnell den Sicherheitsdienst informieren, der ohnehin im Bad unterwegs ist.

Auch der Stadtordnungsdienst soll in den Freibädern präsent sein. Allerdings ist es schwierig, geeignetes Personal zu finden, so Runkel. Der Stadtrat hatte die Anzahl der Stellen auf 35 aufgestockt. Derzeit sind 20Stellen besetzt. Ab 1. Juni seien 29Frauen und Männer im Dienst, darunter fünf Auszubildende. Die Kandidaten müssen Sport- und Eignungstests absolvieren. Nicht jeder sei ausreichend belastbar, zumal die Mitarbeiter mitunter auch Angriffen ausgesetzt sind. 2018 ist ein Mann durch einen Faustschlag verletzt worden.

Torsten Kleditzsch

Die Nachrichten des Tages:Der „Freie Presse“-Newsletter von Chefredakteur Torsten Kleditzsch

kostenlos bestellen

Ziel des Personal-Plus ist, bei gemeinsamen Streifen präsenter im Stadtbild zu sein, Grünanlagen und Spielplätze zu kontrollieren; die Fahrradstaffel soll wieder unterwegs sein. Hundehalter sollen auf ihre Pflichten hingewiesen, aggressives Betteln verhindert werden, zählt Runkel auf. In den vergangenen Monaten seien die Mitarbeiter schon häufiger auf Streife gewesen. Auch die Installation der Videokameras trage dazu bei, das Sicherheitsgefühl zu erhöhen, wobei sich Gefühl nicht messen lässt, so Ludwig. Die Anzahl der Straftaten im gesamten Stadtgebiet ist von 23.000 im Jahr 2017 auf 21.800 Fälle im Vorjahr gesunken.

Die nächste Sicherheitskonferenz des Kriminalpräventiven Rates findet am 25.April, 16 Uhr, im Kraftwerk statt. Vertreter von Stadt, Polizei und Quartiersmanager sind dabei. Anmeldungen werden erbeten per E-Mail: kriminalpraevention@stadt-chemnitz.de

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...