Nachbarn kritisieren Baumfällung an Gymnasium

Anwohner der Bernsdorfer Straße sprechen von einem Kahlschlag. Laut Stadtverwaltung hat aber alles seine Ordnung.

Bernsdorf.

Es sei ein "Wahnsinn", der gestoppt werden müsse, findet ein Anwohner und nennt es "Kahlschlag". Seit einigen Tagen regiere auf dem Gelände des Johann-Wolfgang-von-Goethe-Gymnasiums an der Bernsdorfer Straße "die ganz große Säge", so der Nachbar, der anonym bleiben möchte. Er spreche nicht nur für sich, sondern auch für andere Anwohner, erklärt er.

Anlass der Kritik sind Baumfällungen, die schon seit längerer Zeit unmittelbar neben dem Schulhof des Gymnasiums durchgeführt würden. Zuletzt seien dabei drei schöne große Bäume abgesägt worden - grundlos, wie der Mann findet. Damit seien die Brutplätze einer Vielzahl unterschiedlicher Vögel zerstört worden. Drei Nistkästen hätten nach den Fällungen am Boden gelegen und seien mittlerweile vom Hausmeister entsorgt worden, habe er beobachtet.

"Anwohner verstehen die Welt nicht mehr", berichtet er. Denn mit den jetzt erfolgten und weiteren noch zu befürchtenden Baumfällungen gehe "das letzte Grün im Plattenbau-Wohngebiet dem Ende entgegen", so der Nachbar. Es gebe bis heute keinerlei Neupflanzung, wirft er den Zuständigen vor und fragt: "Wer trägt die Verantwortung?" und "Sieht so Naturschutz gegen den Klimawandel aus?"

Die für das Gymnasiumsgelände zuständige Stadtverwaltung bestätigt auf Anfrage von "Freie Presse" die Fällung mehrerer großer Robinien. Dabei habe es sich um sogenannte Verkehrssicherungsmaßnahmen gehandelt, die unerlässlich gewesen seien. Gemeint ist offenbar, dass Äste abzubrechen oder ganze Bäume umzustürzen drohten, wobei Menschen hätten verletzt werden können. "Der Baumbestand wurde im Vorfeld geprüft und es bestand die Gefahr", erklärt die Pressestelle des Rathauses dazu.

Die Fällung der Bäume sei beantragt und genehmigt worden. Durchgeführt worden sei sie von einer Fachfirma. Ersatzpflanzungen für die gefällten Bäume sollen im Herbst dieses Jahres erfolgen. Für die zerstörten Nistkästen werde es "selbstverständlich Alternativangebote" geben, so die Stadtverwaltung.

4Kommentare
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  • 1
    8
    Interessierte
    22.01.2020

    Die Pressestelle hat immer Recht ….

  • 3
    4
    Lexisdark
    22.01.2020

    Auf die zukünftige Regelung, dass man nicht mehr einfach so alles niedersägen kann, freue ich mich schon. Hätte ruhig eher kommen können. In meiner Nachbarschaft sind in den letzten Jahren grundlos sehr viele Bäume gefällt worden, während ich das nur bei dem Sturm- und Schneeschäden gemacht habe. Und das waren schon genug Verluste in letzter Zeit. Und neue Bäume pflanzen manche Leute auch nicht mehr, macht ja zuviel Arbeit. Dann aber Rasen säen und bewässern, mähen, düngen usw.

  • 4
    4
    701726
    22.01.2020

    Es soll bald ein neues Gesetz geben um Baumfällungen besser zu kontrollieren.
    Die alten Bäume sind wertvoll oft würde eine Beschneidung langen , aber es wird oft der ganze Baum gefällt.
    Aber darüber wurde schon so oft diskutiert auch in der Freien Presse und es hat nichts genützt.

  • 8
    3
    hkremss
    22.01.2020

    Warum nicht die Überschrift "Mürrischer anonymer Anwohner kritisiert notwendige Sicherungsmaßnahmen"? Ah, stimmt. Dann würde kaum noch jemand klicken oder Skandale wittern.



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