Neue Ausstellung in der Dorfgalerie

Eine Chemnitzer Künstlerin hat Landschaften aus aller Welt gemalt. Dabei muss der Betrachter auch zweimal hinschauen.

Auerswalde.

Die Dorfgalerie Auerswalde zeigt in ihrer neuen Ausstellung 32 Aquarelle und Zeichnungen der Künstlerin Nadja Bernhardt. Die Malerin und Grafikerin lebt in Chemnitz, gehört dem Künstlerbund und dem Kunstverein Laterne an. In ihrer Schau nimmt die 67-Jährige ihr Publikum auch mit auf Weltreise. Da wird mit Landschaftsbildern Station am Grand Canyon und Lake Powell gemacht und werden die Farben Irlands oder der Nevadawüste eingefangen. Indes: Nadja Bernhardt schafft ihre arteigenen fantasiegespeisten Abbildungen, die nichts mit den Hochglanzbildmotiven aus Reiseführern gemein haben. Die scheinbar von Aussichtspositionen erfasste Situation bereichert sie mit dem, was die Kamera nicht mit einfängt: Gefühle, Stimmungen, Erfahrungen, das Lebensgefühl. Dieses verwebt sie in ihre Arbeiten, mal abstrakt kräftig, mal erzählerisch feingliedrig. Sicher, es bedarf des geübten Betrachters, diese farblichen Kompositionen zu erschließen - man muss manchmal zweimal hinschauen. Ähnlich geht es dem Betrachter beim Anschauen des zweiten Themenschwerpunktes, Individuum in der Menschengruppe und deren verästelten Sozialbeziehungen. Auch da ist Fantasie beim Verstehen der Bilder gefragt.

"Nadja Bernhardt beweist sich in der Chemnitzer Kulturlandschaft als unverwechselbare Stimme", würdigte Hans Brinkmann zur Vernissage das Schaffen der in Astrachan, Russland, geborenen Künstlerin. Gerade das Erleben zweier Kulturen präge deren Schaffen, welches in stilistischer und technischer Vielfalt überzeuge. "In meiner Heimat habe ich eine Kunstschule besucht, dann aber ein Studium für feinmechanischen Gerätebau an der Technischen Hochschule in Moskau absolviert", erzählt Bernhardt. 1974 sei sie nach der Heirat in die DDR übergesiedelt. Im damaligen Karl-Marx-Stadt folgte von 1988 bis 1990 ein Abendstudium an der Spezialschule für Malerei und Grafik. Seitdem gestaltete die Künstlerin eine Vielzahl Ausstellungen, beteiligte sich an Kunstprojekten, arbeitet als Kursleiterin. Ihre Werke waren zwischen Augustusburg und Zwickau, aber auch Canberra und Tampere zu sehen. "Wichtigstes Thema ist für mich der Mensch. Visuelle und emotionale Eindrücke sind dabei sehr wichtige Impulse für mich. Manchmal können das zufällige Eindrücke sein, oft aber intensiv gesuchte", sagt sie. Dabei packt Bernhardt bereits wieder die Koffer. Nächste künstlerische Reisestation soll London sein.


Die Ausstellung "Unten am Fluss" mit Werken von Nadja Bernhardt ist bis 27. Juli in der Dorfgalerie Auerswalde, Am Erlbach 4, zu sehen. Geöffnet ist nach einer Absprache unter der Telefonnummer 037208 83944.

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