Neue Buslinie als Ersatz

Nach Kritik präsentiert der Verkehrsverbund Mittelsachsen eine neue Lösung für den Schienenersatzverkehr zwischen Chemnitz und dem Erzgebirge. Derweil sorgen die geplanten Bauarbeiten auch anderenorts für Irritationen.

Arbeiten am Chemnitzer Modell: Länger als ursprünglich geplant werden statt der Straßenbahnen des Chemnitzer Modells Busse als Schienenersatzverkehr durch Einsiedel und Erfenschlag rollen. Um die Strecke von Chemnitz nach Aue für die Bahnen fit zu machen, neue Haltestellen zu bauen und Gleisanlagen zu errichten, war der Zugverkehr im September 2018 eingestellt worden. Seitdem werden die Fahrgäste mit Bussen befördert. Doch weil der Bauherr, der Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS), noch immer auf den Planfeststellungsbeschluss und damit auf das Baurecht wartet, verzögert sich der Beginn der Arbeiten und somit die Inbetriebnahme der Linie.

Laut VMS sollen die Arbeiten nun im zweiten Halbjahr 2020 beendet werden. Im Juli will der Verbund mit dem Bau beginnen, sagte am Mittwochabend bei einer Informationsveranstaltung in Einsiedel Mathias Korda, Infrastrukturleiter beim VMS. Man sei optimistisch, das man im Sommer Baurecht für die Strecke habe, so Korda. Das Eisenbahnbundesamt nannte auf Nachfrage von "Freie Presse" keinen Termin für das Ende des Planfeststellungsverfahrens.


Bis zur Inbetriebnahme der Strecke wird der VMS seine Angebote für den Schienenersatzverkehr nach Kritik an Fahrzeiten und Anschlüssen ändern. Die Lösungen präsentierte Korda vor mehr als 50 Besuchern der Info-Veranstaltung.

Neue Schienenersatzverkehr-Linie: Voraussichtlich ab 30. März wird es eine zusätzliche Bus-Linie zwischen Burkhardtsdorf und der Haltestelle TU-Campus an der Reichenhainer Straße geben. Die Linienführung orientiert sich an der Fahrstrecke der Erzgebirgsbahn, zwischen Einsiedel und TU-Campus werden nur Bahnhaltestellen bedient, so Mathias Korda. Am TU-Campus gibt es Anbindungen an Straßenbahn und Chemnitz-Bahn, sodass ein 10-Minuten-Takt Richtung Innenstadt und Hauptbahnhof besteht. In Burkhardtsdorf kann in die andere Schienenersatzverkehr-Linie nach Aue umgestiegen werden. Zudem sollen vormittags und nachmittags mehrere Fahrten der neuen Linie bis Thalheim führen, dann entfällt der Umstieg in Burkhardtsdorf. Einen Fahrplan für die Strecke gibt es noch nicht, da sich die Linie derzeit im Genehmigungsverfahren befinde, so Korda.

Linie 76: Mit Einführung der neuen Schienenersatzverkehr-Linie wird die Nahverkehrslinie 76 wieder auf ihrem alten Linienweg zwischen Altchemnitz, Einsiedel und Berbisdorf/Eibenberg unterwegs sein. Sie war mit Einführung des Schienenersatzverkehrs bis Burkhartsdorf erweitert worden, mit zusätzlichen Fahrten abends und am Wochenende. Das werde nun wieder wegfallen, so Korda. So fahre am Wochenende ein Anruflinientaxi.

Linie Aue - Chemnitz: Um Passagiere aus dem oberen Erzgebirge schneller nach Chemnitz zu bringen hatte der VMS als weiteres Schienenersatzverkehr-Angebot die Linie 361 eingeführt, die von Aue über Burkhardtsdorf und die B 95 zum Hauptbahnhof fährt. An dieser Linie soll es keine Änderungen geben. "Sie funktioniert", so Mathias Korda. In Burkhardtsdorf wird das Umsteigen von dieser Linie auf die neue Strecke des Schienenersatzverkehrs zum TU-Campus möglich sein, fügte er hinzu.

Mehrere Besucher der Info-Veranstaltung fragten, warum die Erzgebirgsbahn nicht weiter auf der Strecke unterwegs sei, da sich doch der Beginn der Bauarbeiten verzögere. Der VMS erklärte, dass auf der Zugstrecke zwar Sonderfahrten erlaubt seien, jedoch kein Linienbetrieb. Damit wieder Züge zwischen Aue und Chemnitz fahren könnten, seien neue Genehmigungen nötig, die wiederum eine gewisse Bearbeitungsdauer benötigten, so Mathias Korda. Da man mit dem Baubeginn im Sommer rechne, sei es wahrscheinlich, dass die Züge dann unter Umständen nur einen Monat fahren könnten. Dafür sei der organisatorische Aufwand einfach zu groß, so eine VMS-Sprecherin. Zudem seien die vergangenen Monate nicht nur genutzt worden, um bauvorbereitende Arbeiten an der Strecke auszuführen, so die Sprecherin. Auch die Erzgebirgsbahn hatte Instandhaltungsarbeiten geplant, so Korda.

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