Neue Kita soll im Januar öffnen

Ein weiteres Puzzleteil für die städtische Offensive für mehr Kinder-Betreuungsplätze ist gelegt. Aus der Verwaltung gibt es derweil gute Nachrichten.

Reichenbrand.

Angst vor Stille im Pfarrhaus hat er nicht. Ja, die 24 Kinder, die momentan die Kita im Reichenbrander Pfarrhaus besuchen, werden ab Anfang kommenden Jahres in eine neue Kita gehen. Aber die zwei Räume, die würden dringend für die Junge Gemeinde, den Seniorenkreis und viele andere Gruppen gebraucht. "Bei uns ist es immer laut", sagte Pfarrer Andreas Hermsdorf am gestrigen Montag beim Richtfest des neuen Evangelischen Kindergartens "Am Wiesenbach" in Reichenbrand. "Die Kita platzte immer aus allen Nähten", so Hermsdorf. Darum sei es das Beste, was hätte passieren können, dass die Stadtmission angeboten habe, eine Kita zu bauen, in der der Gemeindekindergarten mit aufgeht. Die Gemeinde, der das Grundstück zwischen Hohensteiner Straße und Erich-Bretschneider-Straße gehört, konnte den Bau mitgestalten, die Erzieher arbeiten künftig im Neubau.

Der hat am Montag, fünf Monate nach dem Baustart, seine Richtkrone erhalten. Das geschieht normalerweise, wenn der letzte Balken im Dachstuhl angebracht ist. Da es aber ein zweistöckiger Flachbau ist, wurde ein symbolischer Balken angebracht, in den Stadtmissionschefin Karla McCabe und Andreas Hermsdorf Nägel einschlugen. Auch da wurde der Brauch nicht ganz streng umgesetzt. "Eigentlich müssten sie jetzt 35 Kästen Bier ausgeben", sagte ein kleiner Junge, weil McCabe 18 und Hermsdorf 17 Schläge brauchten, bis der Nagel im Holz war.

Bis 31. Dezember sollen die Bauarbeiten beendet sein. Das hatte McCabe schon zum Start angekündigt und dabei bleibe es auch, sagte sie am Montag. Die Eröffnung sei für Januar geplant. Ursprünglich sollte die Kita schon Anfang 2018 eröffnet werden. Doch vor allem die Bürokratie habe den Start der Bauarbeiten ausgebremst. "Es ist eine Berg-und-Tal-Fahrt, diese Kita zu bauen", hatte McCabe bei der Grundsteinlegung Anfang April gesagt. Die Baugenehmigung zu bekommen, sei ein hartes Stück Arbeit gewesen.

Insgesamt wird die Kita Platz für 125 Kinder bieten, 30 davon im Krippenbereich. Zum Konzept der Einrichtung sagte Peter Wild, Bereichsleiter Soziale Dienste bei der Stadtmission, es werde zum einen um Religion und die Vermittlung christlicher Werte gehen, aber auch die Montessori-Pädagogik und die Nähe zur Natur werden im Vordergrund stehen. Ein weiteres wichtiges Standbein sei Inklusion. Aber es gehe nicht nur um die Inklusion von Kindern mit Behinderungen. Inklusion bedeute auch, Kinder aufzunehmen, "egal welchen Lebensentwurf die Eltern haben", so McCabe. Für die Kita liegen bereits Anmeldungen vor. Aber es gebe noch freie Plätze. Jetzt sei der richtige Moment, über das Kita-Portal ein Kind für die Einrichtung anzumelden.

Im Rahmen der Kita-Offensive der Stadt sollen seit 2018 und bis 2021 zwölf neue Kitas mit insgesamt 1300 Plätzen, verteilt über das Stadtgebiet, entstehen. Von den zwölf sind bisher vier eröffnet worden. Bis 2021 entstehen die acht weiteren, bestätigte eine Sprecherin der Stadtverwaltung auf Nachfrage den Zeitplan. Aktuell stehen laut Aussage der Stadt 11.612 Plätze zur Verfügung. Diese seien zu 98 Prozent ausgelastet. Wenn alle neuen Kitas eröffnet sind, könne ein Versorgungsgrad von 97,8 Prozent zu den in der Stadt wohnhaften Kindern erreicht werden. Das stelle eine sehr positive Entwicklung dar. Bei der jährlichen Planung der Kapazitäten würden zum einen die zahlenmäßige Entwicklung der wohnhaften Kinder und zum anderen die Inanspruchnahme der Betreuungsplätze durch die Eltern überprüft, so die Sprecherin. Weitere Entscheidungen zu neuen Einrichtungen oder Kapazitätserweiterungen "hängen von den Bedarfen der Eltern ab", so die Sprecherin weiter.

Im November 2017 hatten die Eltern eines damals dreijährigen Kindes, die keinen Kitaplatz finden konnten, die Stadt wegen ihres Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz verklagt. Das Verwaltungsgericht lehnte die Klage allerdings ab. Seitdem habe es keinen weiteren Fall einer Klage gegeben, teilte die Stadtsprecherin auf Nachfrage mit.


Die Kita-Offensive der Stadt

Im Juni hat die Kita Sonnenstraße eröffnet. Bauherr und Träger ist die Caritas für Chemnitz und Umgebung. Die Kita bietet seitdem Platz für 88 Kinder.

Die Kindertageseinrichtung "Herbies Rabenburg" auf dem Gelände der DRK-Klinik in Rabenstein soll am 1. Oktober eröffnen. Bauherr und Träger ist die DRK gemeinnützige Krankenhaus-Gesellschaft. Die Platzkapazität beträgt 100 Kinder. Die Kita kann zum Tag der offenen Tür am 21. September besichtigt werden.

Im ersten Quartal 2020 soll neben der Kita in Reichenbrand eine an der Forststraße in Hilbersdorf mit 100 Plätzen in Betrieb gehen. Im zweiten Quartal ist das Bauende von Kitas in Altendorf geplant: an der Zinzendorfstraße (100 Plätze) und Am Heim (119 Plätze). Im November soll die Kita an der Schloßstraße im Zentrum mit 150 Plätzen öffnen. Ende 2020 ist die Eröffnung der Kita in Reichenhain mit 56 Plätzen geplant. Anfang 2021 soll die Kita an der Louis-Braille-Straße in Altendorf mit 100 Plätzen in Betrieb gehen. (hfn/jpe)

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