Neue Pläne für Markt am Kapellenberg

Dessen Eigentümer will das Gebäude der früheren Penny-Filiale vergrößern. Das ist aber nicht sein einziges Vorhaben.

Kapellenberg.

Eine Bauausschusssitzung im Mai 2016 gab den Anstoß. Damals hatte Hartmut Schäfer, Eigentümer des Gebäudes der früheren Penny-Filiale an der Neefestraße, seine Pläne für die Wiedereröffnung des Marktes ohne eine große Handelskette als Hauptmieter vorgestellt. Mehrere Stadträte blieben skeptisch. Er halte eine große Discounter-Filiale für die bessere Lösung, um die Nahversorgung am Kapellenberg langfristig zu sichern, sagte Dieter Füsslein (FDP). Und Tino Fritzsche (CDU) wollte wissen, wie die Chancen für eine Öffnung der Durchfahrt zwischen alter und neuer Neefestraße stehen.

Die Stadträte sollten recht behalten: Schäfers "Kapellenberger Markt" wurde von den Kunden nicht wie erhofft angenommen. Doch während er dessen Sortiment und Öffnungszeiten reduzierte, arbeitete der Eigentümer längst an der Umsetzung der Wünsche aus dem Bauausschuss. Er kaufte die an das Markt-Grundstück angrenzenden Flächen bis zur Kappler Drehe, beauftragte Planer und verhandelte mit Handelsketten. Im nichtöffentlichen Teil der jüngsten Bauausschusssitzung präsentierte er das Ergebnis. Sein neues Konzept sieht vor, den Markt durch einen Neubau von knapp 900 auf 1350 Quadratmeter zu vergrößern. Hauptmieter soll ein Discounter werden. "Wir haben bereits feste Zusagen", sagte Schäfer der "Freien Presse".

An der Kappler Drehe schlägt er zudem einen Neubau vor, in dem Bäckerei- und Fleischereifilialen sowie ein Drogerie-, Getränke- oder Tiernahrungsmarkt Platz finden könnten. Direkt an der Neefestraße sei eine gastronomische Einrichtung oder ein Kindergarten denkbar, so der Eigentümer, der darüber weiter mit Stadträten im Gespräch ist. Als "grundlegende Voraussetzung" für den Erhalt des Markt-Standortes nennt Schäfer dessen direkte Erreichbarkeit von der Bundesstraße aus. Für die neue Zufahrt von der Kappler Drehe aus liege ihm bereits die Genehmigung der Stadtverwaltung vor. Auch seine Grundstücksnachbarn und die Anwohner sollen davon profitieren, dass Lastwagen nicht auf der alten Neefestraße durchs Wohngebiet fahren müssen.

Da er mit seinem Konzept Anregungen von Stadträten aufgreift, rechnet sich Schäfer gute Chancen für dessen Umsetzung aus. Für den früheren Penny-Markt besitzt er ohnehin Bestandsschutz. Zudem liegt sein Grundstück innerhalb eines im Einzelhandels- und Zentrenkonzept ausgewiesenen sogenannten Suchraumes, in dem die Ansiedlung von Nahversorgern erwünscht ist. Zu diesem Suchraum war der Kapellenberg infolge der Schließung des Edeka-Nah-und-gut-Marktes an der Parkstraße 2014 und des Penny-Marktes 2015 geworden. Die Bürgerinitiative des Stadtteils favorisiert allerdings eher einen neuen Markt in der Nähe des Goetheplatzes. Die Stadtverwaltung hat ein Gutachten zu den Auswirkungen von Schäfers Vorhaben auf andere Einzelhändler erarbeiten lassen. Das Ergebnis sei nicht öffentlich, hieß es auf Anfrage.

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