Neue Wohnanlage in Gablenz schon zum Richtfest voll vermietet

Mit ihrem ersten Neubauprojekt leitet die Wohnungsgenossenschaft CAWG eine weitere Epoche im Stadtteil ein. Den Hut dafür hatte eine Frau auf.

Gablenz.

Das Kniffligste war das Mauern der runden Ecken in den Treppenhäusern, sagte Franziska Opitz. Aber auch diese sind unter ihrer Leitung ordentlich und pünktlich fertig geworden. Am Donnerstagnachmittag verlas die 29-jährige Bauingenieurin von der Firma IGW aus Schwarzenberg den Richtspruch für die beiden Neubauten der künftigen Wohnanlage "Ahornhöfe" der Wohnungsbaugenossenschaft CAWG an der Kreuzung Carl-von-Ossietzky-/Geibelstraße.

Es sei erst ihr zweiter Richtspruch, obwohl sie in den vergangenen acht Jahren schon für etliche Rohbauten neuer Wohnhäuser in Chemnitz und Umgebung verantwortlich war, erzählt sie. "Normalerweise spricht ja ein Zimmermann den Richtspruch, aber hier waren keine Zimmerleute beteiligt, weil die Häuser an Stelle des Dachstuhls von Betonplatten bedeckt werden", erklärte die junge Frau, die trotz ihres Alters schon mehr Erfahrung mit Neubauten hat als ihre Auftraggeber. Denn für die CAWG sind die beiden Häuser, für die im Januar dieses Jahres der Grundstein gelegt wurde, das erste Projekt dieser Art seit 1990.

Die Entscheidung dafür sei getroffen worden, weil in Gablenz, einem der Kerngebiete der Genossenschaft, Wohnungen mit gefragten Größen und Grundrissen fehlten, erläuterte Vorstandsmitglied Thomas Schilling. Der Leerstand in dem Quartier habe bis zu 30 Prozent betragen, der Altersdurchschnitt der Bewohner bei mehr als 70 Jahren gelegen. Deswegen entwickelte die CAWG ein Gesamtkonzept für die Fläche, auf der bis 2003 zwei Gebäude der Gartenstadt Gablenzsiedlung standen und die zuletzt als Parkplatz genutzt wurde, und für die benachbarten, fast 60 Jahre alten Wohnblöcke Carl-von-Ossietzky-Straße 132 bis 138 und 140 bis 146. Auf einer Hausversammlung im Oktober 2017 seien alle Bewohner gefragt worden, wo sie künftig leben möchten - im Neubau, der sanierten bisherigen oder einer ganz anderen Wohnung.

Trotz der für Chemnitz vergleichsweise hohen Kaltmieten von etwa neun Euro je Quadratmeter habe es für die insgesamt 26 barrierearm ausgestatteten und fernbeheizten Neubauwohnungen ein Mehrfaches an Bewerbern gegeben. Schon vor dem Richtfest, das die künftigen Mieter mitfeierten, waren alle Wohnungen vergeben, so Schilling. Nach seinen Angaben investiert die CAWG etwa fünf Millionen Euro in diesen Teil der "Ahornhöfe". Im April kommenden Jahres sollen die Wohnungen übergeben werden. Bis dahin sollen auch die Außenanlagen einschließlich der Carports auf der Straßenseite fertiggestellt sein.

Gleichzeitig soll der Leerzug des Blocks Carl-von-Ossietzky-Straße 140 bis 146 beginnen, bevor er saniert wird. Einige Mieter ziehen von dort direkt in den Neubau um, andere in bisher leer stehende Wohnungen in den Häusern 132 bis 138, die vorher teilsaniert werden. In die beiden 1960/61 errichteten Wohnblöcke will die CAWG 2019/20 weitere drei Millionen Euro investieren, kündigte Schilling an.

Der mit verschiedenen Begegnungsmöglichkeiten für die Bewohner parkartig gestaltete Hof der "Ahornhöfe" soll einmal bis an die Kreherstraße reichen. Damit beginne genau zwischen der Gartenstadt, den Blöcken aus den 1960er- und Plattenbauten aus den 1980er-Jahren eine neue Epoche bei der Bebauung von Gablenz, sagte das Vorstandsmitglied.

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