Neuer B-Plan: Futuristische Fassade trifft auf Graffiti

Der Jugendclub in Bernsdorf wurde für rund 260.000 Euro saniert. Doch nicht alle Wünsche gingen in Erfüllung.

Bernsdorf.

Gegensätze ziehen sich an im dienstältesten Kinder- und Jugendclub der Stadt: Edelstahl trifft an der Fassade des B-Plans in Bernsdorf auf Graffiti. Nach fast einjähriger Bauzeit öffnet der Club mit einer neuen, futuristischen Außenhaut aus gewelltem Edelstahl wieder. Doch es war den Verantwortlichen um Hausleiter Christian Päutz wichtig, dass auch künftig Platz für die Sprüher bleibt, sagte er gestern. Graffiti seien ein Markenzeichen des Hauses, das es seit 1988 gibt.

Seit Oktober wurde der Club in zwei Abschnitten saniert, Stadt und Kindervereinigung investierten 258.000 Euro. Hinzu kamen unzählige Arbeitsstunden haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeiter des B-Plans. Zunächst stand die Hülle des Gebäudes im Fokus der Arbeiten. Sie wurde gedämmt und erhielt neue Fenster. Ein Unikat ist die Gitter-Fassade, die es laut Nadine Hecker, Projektkoordinatorin der Kindervereinigung, so in Chemnitz noch nicht gibt. Das Metall schützt die Dämmplatten. "Es sieht ein bisschen wie eine große Käsereibe aus", sagt sie. Im Haus wurden Heizkörper und ein Teil der Elektrik erneuert. Zudem griffen die Mitarbeiter zum Pinsel und verpassten den Räumen einen neuen, hellgrünen Anstrich. Komplett geschlossen war der Club aber nicht. "Wir können die Jugendlichen nicht vor der Tür stehen lassen und hatten im Haus 2 täglich einige Stunden geöffnet", so Christian Päutz.

Durchschnittlich kommen täglich rund 30 Mädchen und Jungen in den Club. Sie sind größtenteils zwischen acht und 18 Jahren alt. Besonders gern werden die Schüler- und Integrationsdiscos besucht. Da der Club barrierefrei erreichbar ist, können daran auch Menschen mit Behinderung teilnehmen. Immer beliebter werden Kochduelle, sagt Christian Päutz. Im Außengelände hat sich ebenfalls etwas getan. Zwischen Bolzplatz und BMX-Bahn entstand ein Sandstrand. Mit Liegestühlen, Hängematten und Getränken, die aus einem alten Bauwagen serviert werden, soll Urlaubsstimmung aufkommen.

Doch nicht alle Wünsche gingen in Erfüllung. Die nötige Sanierung des Nebengebäudes muss warten, sagt Nadine Hecker. Mehr Geld für Personal und zur Finanzierung der Sachkosten wünscht sich Christian Päutz. "Man will immer mehr. Aber Chemnitz investiert in den Kinder- und Jugendbereich. Das ist im Vergleich zu Dresden und Leipzig eine Ausnahme", sagt Arndt Hecker, Aufsichtsratsvorsitzender der Kindervereinigung.

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