Neuer Bahnhof: Parkeisenbahner erheben Vorwürfe gegen Stadt

Am Jahresende soll der Bau des Gebäudes im Küchwald beginnen. Doch nun spricht der Verein von Geldproblemen.

Schloßchemnitz.

Ein neuer Bahnhof muss her! Seit vielen Jahren wünschen sich die Parkeisenbahner ein größeres Gebäude an der Haltestelle Küchwaldwiese. Ende des Jahres soll es nun soweit sein und die Arbeiten für einen neuen, einstöckigen Bahnhof beginnen. Und eigentlich war auch alles klar. Die 650.000 Euro Gesamtkosten wollen Land, Stadt und die Parkeisenbahn gemeinsam finanzieren. 70 Prozent kommen als Fördergeld vom Land, die Stadt steuert 20 Prozent bei und hat das Geld im Haushalt bereitgestellt, der Verein Parkeisenbahn die restlichen zehn Prozent - so der Plan. Doch nun scheint es Probleme bei der Kalkulation des Vorhabens zu geben - ausgerechnet im Jubiläumsjahr. Vor 65 Jahren war die Parkeisenbahn gegründet worden. Der Betreiber könne seinen Anteil in Höhe von 65.000 Euro nicht aufbringen, sagte am Dienstag Parkbahn-Geschäftsführer Matthias Dietel.

"65.000 Euro sind viel Geld. Es ist nicht möglich, dass die Parkeisenbahn diesen Betrag komplett aufbringt", so Dietel. Das Projekt stehe aus seiner Sicht in Frage. Die Stadt, erklärt Dietel, habe es abgelehnt, dass die Parkeisenbahn den Betrag als Eigenleistung aufbringt. Deshalb habe man der Verwaltung den Vorschlag unterbreitet, 20.000 Euro zu bezahlen und 45.000 Euro als Eigenleistung zu erbringen. Das Geld soll aus der Instandhaltungsreserve aufgebracht werden, so Dietel. Doch auch dieser Versuch zur Güte sei im Rathaus nicht akzeptiert worden. "Die Stadt besteht auf Geld", sagt der technische Geschäftsführer. Er verweist darauf, dass der Bahnhof der Stadt gehört. Es sei den jungen Parkeisenbahnern und ihren Eltern nicht vermittelbar, weshalb ein Verein wie der Chemnitzer FC nicht nur ein Stadion von der Stadt bezahlt bekommt, sondern auch finanzielle Vergünstigungen wie den teilweisen Erlass der Pacht, die Parkeisenbahn aber zur Kasse gebeten werde, so Dietel.

Das Bauvorhaben und seine Finanzierung werden in der Sitzung des Planungs-, Bau- und Umweltausschusses nächste Woche mit den Stadträten besprochen, kündigte eine Rathaussprecherin an. Um dem Ergebnis nicht vorzugreifen, werde die Verwaltung zunächst keine Fragen zur Finanzierung des Eigenanteils der Parkeisenbahn beantworten, teilte sie mit. Jedoch strebe die Stadt "nach wie vor und ungeachtet der aktuellen Leistungsfähigkeit des Vereins die Umsetzung der Baumaßnahme an", betonte sie.

Auch die Parteien im Stadtrat wollen nach einer Lösung suchen. "Wir können die Parkeisenbahn nicht im Regen stehen lassen", sagte am Dienstag Tino Fritzsche, Vorsitzender der CDU/FDP-Fraktion. Ähnlich sieht das Detlef Müller. Das Projekt werde wegen fehlender finanzieller Mittel nicht sterben, so der Chef der SPD-Fraktion. Er zeigte sich überrascht, dass die Parkeisenbahn das Geld nicht aufbringen könne. Der Verein habe stets zugesichert, dass er die Mittel habe, so Müller. Er betonte, dass auch der Verein eine Bringschuld habe. Wenn Fördermittel, die immer Steuergelder seien, fließen, müsse es auch immer einen Anteil Eigenmittel geben. Auch viele Sportvereine hätten Probleme mit alten Vereinsgebäuden, so Müller.

Auch Thomas Lehmann von den Bündnisgrünen sieht die Finanzprobleme differenziert. Es sei "völlig klar", so Lehmann, dass eine Lösung für die Bahn gefunden werden müsse, sagte er. Aber er hätte sich auch gewünscht, dass der Verein auf die Stadträte zugehe und die Probleme bespreche, so Lehmann. "Wenn wir nichts wissen, können wir auch nichts tun." Von der Fraktion der Linken hieß es, dass man auf den Verein zugehen und das Problem hinterfragen wolle.

Das Bahnhofsgebäude stammt aus dem Jahr 1980. Der Neubau soll ein vollkommen neues Äußeres erhalten, sagt Matthias Dietel. Im Inneren ist der Einbau von Sozialräumen vorgesehen, Garderoben und Waschräume sollen entstehen. Auch die Besuchertoiletten und der Imbiss werden erneuert. Besonders wichtig ist Matthias Dietel der Einbau von Spinden, in denen die Parkeisenbahner ihre Uniformen aufbewahren können und sie nicht mehr im Rucksack transportieren müssen. Zu DDR-Zeiten sei ein Spind unnötig gewesen, da die Uniformen auf dem Weg zum Dienst getragen wurden. Das sei schon lange nicht mehr möglich, da Kinder und Jugendlichen in Uniform wiederholt in öffentlichen Verkehrsmitteln angepöbelt worden seien. Ob als Uniformträger oder Parkeisenbahner könne er nicht sagen, aber die Uniform mache deutlich, dass ihr Träger Mitglied der Parkeisenbahn sei, so Dietel.

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2Kommentare
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  • 1
    6
    Interessierte
    13.03.2019

    Doch die Finanzierung des Vorhabens ist noch nicht sicher ,
    ..... da die Parkeisenbahn die Eigenmittel nicht aufbringen kann ..
    ( kann man da nicht einmal sammeln über ein Konto ?
    ( das hatten wir doch schon bei der Freilichtbühne gemacht ....

    Der CfC kostet viel Geld ..
    Die Kulturstadt kostet viel Geld …
    Das alles kann doch die Stadt ´alleine` gar nicht schaffen ….

  • 25
    3
    Deluxe
    13.03.2019

    Angepöbelt wegen des Tragens einer Eisenbahner-Uniform. Man ist fassungslos, in welcher Gesellschaft wir leben...früher gab es für die jungen Pioniereisenbahner ein anerkennendes Schulterklopfen, wenn man sie traf.
    Heute werden sie angepöbelt. Unfaßbar.

    "Auch viele Sportvereine hätten Probleme mit alten Vereinsgebäuden, so Müller."

    Bis auf den CFC - der genießt nämlich nicht nur scheinbar quasi Narrenfreiheit, er scheint auch irgendwie systemrelevant zu sein. Deshalb bekommt er ein schönes Stadion auf Steuerzahlerkosten und darf auch nicht einfach mal pleitegehen...

    Und da ist es mit 650.000€ auch nicht getan.



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