Neuer Blitzer: Sechsstellige Summe in zwei Monaten

Noch keine Entscheidung zu Ankauf - Facebookseite informiert über Standort

Der neue mobile Blitzer, der derzeit wieder an der Leipziger Straße stationiert ist, hat der Stadtverwaltung in den vergangenen Wochen mehrere hunderttausend Euro Einnahmen beschert. Trotzdem hat das Rathaus bisher noch keine Entscheidung getroffen, ob die momentan gemietete Anlage gekauft wird. Am 26. Juni war das Messgerät erstmals scharf gestellt worden. Zwischen 1. Juli und 31. August löste es 14.630-mal aus, teilte eine Stadtsprecherin auf Nachfrage mit. Somit könne der Wert der Einnahmen "auf rund 300.000 Euro geschätzt werden", sagte sie. Zum Vergleich: Der Blitzer am Südring in Richtung Bernsdorfer Straße löste von Januar bis Juni 1407-Mal aus. Dabei ist das neue Gerät, das über absenkbare Räder verfügt, nicht einmal durchgängig im Einsatz. Alle paar Tage muss es in die Garage, damit der Akku aufgeladen werden kann.

Ursprünglich wollte die Stadtverwaltung Ende August die Entscheidung fällen, ob sie den Blitzer, der per Laser über mehrere Fahrspuren hinweg Temposünder erfasst, erwirbt. Doch ein Beschluss ist noch nicht gefallen, die Prüfung sei noch nicht abgeschlossen, so die Sprecherin. Finanzielle Fragen dürften bei der Entscheidung wohl kaum eine Rolle spielen. Das Gerät kostet laut Verwaltung 131.000 Euro. Mit den bisher eingenommenen Bußgeldern könnte das Rathaus sogar zwei Geräte bezahlen.


In den vergangenen Wochen war die Anlage an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet im Einsatz. Zunächst kontrollierte sie den Verkehr auf der Leipziger Straße. Danach wurde sie am Südring und an der Neefestraße aufgestellt. Sogar eine Fangemeinde gibt es. Obwohl Tempomessgeräte von Natur aus eher unbeliebt sind, hat es der Blitzer zu Popularität und einer eigenen Seite bei Facebook gebracht, die mehr als 1500 Nutzern gefällt. Mehr als 1600 haben die Seite abonniert, um die neuesten Informationen zu erhalten. Auf der Seite wird nicht nur der jeweilige Standort des Blitzers mitgeteilt. Die Betreiber haben auf der Seite die Telefonnummer des Servicecenters der Stadtverwaltung sowie deren Internetadresse angegeben. Die Pressestelle im Rathaus äußert sich auf Nachfrage nicht zu dem Auftritt der Anlage im sozialen Netzwerk.

Bewertung des Artikels: Ø 3 Sterne bei 2 Bewertungen
10Kommentare
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  • 4
    0
    Nixnuzz
    12.09.2019

    A4 - Kirchheimer Dreieck, Abfahrt Richtung Eisenach. Nach ca. 4 km neuester Autobahn und Belag, 3-spurig, runtergeordert auf 100kmh wegen "Strassenschäden"!! Seit dem dieses Teilstück fertig war, hat es dort KEINE Strassenschäden gegeben. Aber die Zufahrt eines Waldweges mit vorgesetzter Leitplanke - herrlich: (fast) die beste Fotofalle bis Herleshausen.. Ich begreife es bis heute nicht, das eine nigelnagelneue Autobahn plötzlich Strassenschäden hat? Es war nix zu sehen und nix zu spüren..als nur des Geldes wegen...Erklären muss das die Behörde ja niemanden...

  • 5
    0
    Nixnuzz
    12.09.2019

    Derartige Kontrollstellen kann man aufgrund behördlicher Hoheit aus den unterschiedlichsten Gründen einrichten. Ein Schelm, wer böses dabei denkt. Ich bin voll bei Ihnen, wenn der Kontrollpunkt ein deutliches Gefährdungspotential hat. Ich wage allerdings auch anzuzweifeln, ob die Bauart/-form der Kontrollstrecke blauäugig zur z.B. Raserei oder anderen Unfällen eingebaut hat.

  • 2
    3
    cn3boj00
    11.09.2019

    @Nixnuzz an dieser Stelle wird (wie an anderen auch) permanent gegen Gesetz verstoßen. Dass die StVo ein Gesetz ist ist ja in Vergessenheit geraten. Wer aber wegen Gesetzesverstoß schmerzhaft bestraft wird (leider ist das in D noch immer nicht der Fall) wird sich in Zukunft überlegen, ob er das weiter treibt, egal ob an Unfallschwerpunkten oder anderswo. Deshalb: noch 2 Geräte kaufen und endlich den Rasern, Dränglern, Nichtblinkern den Kampf ansagen.

  • 2
    1
    Steuerzahler
    11.09.2019

    @Hinterfragt: Das geschieht erst dann, wenn jedem die Identnummer auf die Stirn tätowiert ist, um die Bearbeitung und Kassierung im automatischen Verfahren der Bildauswertung durchführen zu können. So lange Personal vor Ort gebraucht wird scheitert es daran.

  • 5
    1
    Sterta
    11.09.2019

    @ Hinterfragt … Aber gern! Blitzen geht halt schlecht. Als kleine Modifikation hätte ich dann den Einsatz von zivilen Streifen an gefährdeten Kreuzungen. Bei Rotlichtverstoß werden Fußgänger beim Bußgeld gleichbehandelt wie Fahrzeugführer. Besitzer einer gültigen Fahrerlaubnis werden diese dann aber auch los, denn die haben ja eine Prüfung für diesen Schein abgelegt und wissen wie man sich im Straßenverkehr verhält. (Gleiches gilt für Rad- oder Sonstwas-fahrer.)

  • 7
    1
    Hinterfragt
    11.09.2019

    Wann werden denn mal Rotblitzer für Fußgänger eingeführt?
    Das gibt dann sicherlich auch viel für's Stadtsäckel und ist sicherlich noch ertragreicher als Geschwindigkeitsblitzer ...

  • 7
    4
    Sterta
    11.09.2019

    An diesen Stellen wurde wohl auf jeden Fall zu schnell gefahren.
    Gut ausgesucht. Gerät kaufen und weiter so!

  • 8
    3
    Zeitungss
    11.09.2019

    Wenn permanent der Kassenboden deutlich sichtbar ist, wie hier der Fall, ist es doch ein Segen. Komischerweise stehen dies Kassenfüller nie an den gebrauchten Stellen, sondern an den Stellen mit den größtmöglichen Einnahmen. Wer es widerlegen möchte, gerne, ich höre. Wer sich daran hält, braucht nicht ...….. , sollte nicht wieder dabei sein, den die Einnahmen sind fest eingeplant und teilweise schon ausgegeben.

  • 5
    2
    Nixnuzz
    11.09.2019

    War das eine überdeutliche Unfallstelle oder wurde nur Interessehalber bewacht?...

  • 7
    4
    Steuerzahler
    11.09.2019

    „Finanzielle Fragen dürften bei der Entscheidung wohl kaum eine Rolle spielen.“
    Das glaube wer will. Bei der Gewinnmarge wird der finanzielle Aspekt die wesentliche Rolle spielen, steht doch dann eine erkleckliche Summe zur Verfügung, die für was auch immer vertan werden kann.



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