Neuer Kreistag tritt zusammen - viele Neulinge, wenige Frauen

Das Gremium bietet ein deutlich anderes Bild als zuvor. Bei der Wahl des stellvertretenden Landrates zogen zwei Kandidaten ihre Bewerbung zurück.

Zusammensetzung: Viele neue Gesichter waren am Mittwoch in der Sachsenlandhalle in Glauchau zur konstituierenden Sitzung des Zwickauer Kreistages zu sehen. 49 und damit genau die Hälfte der insgesamt 98 Kreisräte waren Ende Mai neu in das Gremium gewählt worden. Sieben von ihnen sind Rückkehrer, die bereits in früheren Wahlperioden als Kreisräte aktiv waren. Mit Volkmar Dittrich (Die Linke) und Richard Pester (AfD) sprachen der älteste (79 Jahre) und der jüngste Kreisrat (28) den Amtseid. Kurios: Der frühere Werdauer Oberbürgermeister Dittrich wurde zum Ende der Sitzung verabschiedet. Aus gesundheitlichen Gründen gab er sein Mandat zurück. Der Kreisrat besteht aus sechs Fraktionen und einem Einzelkreisrat. Das Gremium bleibt von Männern dominiert. Lediglich 17Frauen konnten sich bei der Wahl durchsetzen. Im letzten Kreistag waren es noch 20.

Stellvertreter des Landrates: Landrat Christoph Scheurer (CDU) kann künftig nur noch auf zwei Stellvertreter aus den Reihen der Kreisräte zurückgreifen. Bisher waren es drei. Das ist das Ergebnis der ersten Entscheidung des neu gewählten Kreistages.

Gerd Drechsler (CDU) wurde mit 94 Stimmen von 95 anwesenden Kreisräten zum ersten Stellvertreter bestimmt. Sven Wöhl (Die Linke) ist zweiter Stellvertreter. Er erhielt 85Stimmen. Limbach-Oberfrohnas Oberbürgermeister Jesko Vogel (Freie Wähler) hatte seine Bewerbung bereits vor der Sitzung zurückgezogen. Der Kandidat der AfD, Andreas Gerold, warf unmittelbar vor der Abstimmung und nach Schließung der Wählerliste das Handtuch.

Da damit nicht mehr Bewerber antraten, als Stellvertreterplätze vorhanden waren, konnte eine offene Wahl mit Stimmkarten durchgeführt werden. Das aufwendige Prozedere mit geheimer Wahl und mehreren Wahlgängen wurde so vermieden. Die gewählten Stellvertreter des Landrates werden hauptsächlich repräsentative Aufgaben übernehmen, und das auch nur dann, wenn das Führungstrio aus Landrat und den beiden hauptamtlichen Beigeordneten nicht anwesend ist.

Besetzung der Ausschüsse: Entsprechend dem Stimmenanteil bei der Kreistagswahl Ende Mai wurden die fünf Fachausschüsse besetzt. Im Vorfeld hatte es Diskussionen um die Vergabe des jeweils 16. Sitzes gegeben. Dieser hätte rein rechnerisch sowohl der CDU als auch den Freien Wählern zugestanden. Beide haben sich untereinander geeinigt: Im Hauptausschuss sowie im Bildungs- und Kulturausschuss bekommen die Freien Wähler den Platz. Im Sozial- und Gesundheitsausschuss, dem Wirtschafts-, Bau- und Umweltausschuss und im Beteiligungsausschuss hat die CDU den zusätzlichen Sitz inne. Die Christdemokraten nehmen damit fünf bzw. sechs Sitze ein, die Freien Wähler zwei bzw. drei. Die Anzahl der Sitze der restlichen Parteien ist einheitlich: Die AfD ist mit drei Räten vertreten, die Linkspartei und SPD/Grüne jeweils mit zwei und die FDP mit einem Sitz. Ausblick: Der neue Kreistag ist für Landrat Christoph Scheurer (CDU) zunächst einer wie alle seine Vorgänger auch. Ob sich anhand der veränderten Mehrheitsverhältnisse - die CDU hat deutlich an Stimmen verloren, die AfD hingegen zugelegt - seine und die Arbeit der Landkreisverwaltung erschwert, dazu wollte er sich nicht konkret äußern. "Das werden wir sehen", sagte er. Scheurer setzt weiter auf eine sachliche Auseinandersetzung unter den Fraktionen. "Ich gehe davon aus, dass das jeder, der sich im Mai zur Wahl gestellt hat, ebenso sieht", sagte er. Zur ersten Sitzung war von einer Blockadehaltung jedenfalls nichts zu spüren.

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