Neuer Mann an Spitze von Chemnitzer Justizbehörde

Chef-Staatsanwalt will Schnellverfahren häufiger einsetzen

Ernannt worden ist er bereits am 1. August. Doch von Justizminister Sebastian Gemkow in sein Amt eingeführt wurde der neue Leitende Oberstaatsanwalt Frank Heinrich (Foto) erst am Montag. Er tritt die Nachfolge von Bernd Hohmann an, der im April 2018 in Ruhestand gegangen war. Als Behördenleiter ist Heinrich für etwa 180 Mitarbeiter, darunter rund 70Staatsanwälte, verantwortlich. Er wurde 1958 in Singen geboren und begann seine Laufbahn 1991 in Pirna. Zuletzt war er Leitender Oberstaatsanwalt an der Generalstaatsanwaltschaft Dresden.

Heinrich berichtete von zwei Stationen seines Lebens, die ihn besonders geprägt hätten. So sei er zwei Jahre lang Reserveoffizier und Zugführer bei der Bundeswehr gewesen. Im Alter von nur 21 Jahren sei er für das Leben der Soldaten und für Millionen-schweres Material verantwortlich gewesen. "Danach hatte ich nie mehr Angst, Verantwortung zu übernehmen", so der 60-Jährige. Außerdem habe er während seines Studiums jahrelang als Barkeeper gearbeitet. Dabei habe er "mit allem, was die menschliche Gesellschaft hergibt", Kontakt gehabt, was ihn auf sein Leben als Strafrechtler gut vorbereitet habe.

Bis zum August 2018 sei Chemnitz eine ruhige Stadt gewesen. Zur Unruhe trage seitdem auch Pro Chemnitz bei, die "Anti Chemnitz heißen müssten", so Heinrich. Doch die Ereignisse seit August ließen sich auf Probleme zurückführen, die es deutschlandweit gebe. "Die Gesellschaft hat ein Problem mit Rassismus und Fremdenfeindlichkeit", so Heinrich. In Bezug auf seine Arbeit kündigte er an, Schnellverfahren weiter auszubauen. "Wo es Sinn macht, soll die Strafe der Tat auf dem Fuße folgen", so Heinrich.

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