Neuer Teilanstrich für Sachsens höchstes Bauwerk

Schönheitskur für Sachsens höchstes Bauwerk: An dem Kunstwerk verblassen die Farben. Nun bekommt der weithin sichtbare Schornstein in Chemnitz eine Auffrischung.

Chemnitz (dpa/sn) - Schon aus großer Entfernung ist der «Chemnitzer Lulatsch» zu sehen - doch ein Detail erkennt man erst beim Näherkommen. Etwa in der Mitte von Sachsens höchstem Bauwerk hängen zwei Arbeitsbühnen. Voraussichtlich noch bis Ende August sorgen Spezialisten für einen neuen Teilanstrich. Am 302 Meter hohen Schornstein im Heizkraftwerk Chemnitz wird im Abschnitt zwischen 120 und 165 Metern Höhe die Farbe himmelblau neu aufgetragen.

Grund für die Schönheitskur an dem Kunstprojekt des französischen Malers Daniel Buren sind nach Angaben des Energieunternehmens eins wetterbedingte Auswaschungen. Dies sei ein Gewährleistungsfall, sagte Geschäftsführer Roland Warner der Deutschen Presse-Agentur. Das Gleiche treffe auch auf die Farbe signalviolett im Abschnitt zwischen 210 und 255 Metern Höhe zu. Ob auch die anderen Segmente einen frischen Anstrich bekommen, werde noch geprüft, sagte Warner.

Daniel Buren hatte das mit 301,80 Metern höchste Bauwerk in Sachsen als Kunstwerk gestaltet. Die sieben Abschnitte haben von unten nach oben die Farben aquamarin, erdbeerrot, gelbgrün, himmelblau, melonengelb, signalviolett und verkehrsgelb. Nach Einbruch der Dunkelheit werden die Teilstücke seit November vergangenen Jahres von LED-Leuchten angestrahlt.

Die Reihenfolge der Farben hatte der Künstler nach eigener Aussage alphabetisch gewählt, um der Frage nach Harmonie und Disharmonie zu entgehen. «Die Reihenfolge der Farben entspricht nicht irgendeinem bestimmten Geschmack, auch nicht meinem», wird Buren auf der Internetseite von eins zitiert.

Der Schornstein wurde 1984 fertiggestellt. Er hat eine Außenfläche von 18 000 Quadratmetern. Nach Angaben des Energieversorgers wird pro Quadratmeter ein Liter Farbe benötigt. Der erste Anstrich nach dem Entwurf von Buren war im Zuge von Sanierungen an der Stahlbetonhülle 2012 und 2013 auf die einst steingraue Oberfläche aufgetragen worden.

Eine besondere Herausforderung war das Malern für die Arbeiter bei den hohen Temperaturen dieses Sommers. Wegen der großen Hitze mussten sie mit ihrer Arbeitsbühne im Schatten der Sonne um den Schornstein herumwandern.

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1Kommentare
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  • 2
    9
    Hinterfragt
    22.08.2018

    "...An dem Kunstwerk.."

    Es ist schon erschreckend, was heute als Kunst durchgeht ...



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