Neues Buch betrachtet regionale Heimarbeit

Band zeigt auch Historie von Limbach-Oberfrohna in Text und Bildern auf

Limbach-Oberfrohna.

Es ist als Ergänzung und Zusammenfassung zur vergangenen Ausstellung "Am Küchentisch. Heimarbeit und Hausindustrie im Wandel der Zeit" im Esche-Museum Limbach-Oberfrohna gedacht, das gleichnamige Buch, das jetzt erschienen ist.

Auf etwas mehr als 100 Seiten beschäftigt sich der Band mit den Phänomen und den Facetten der Heimarbeit in der westsächsischen Region. Damit knüpft es an die im Esche-Museum von Juli bis Ende Oktober präsentierte Schau an, die als Beitrag zum Jahr der Industriekultur in Sachsen konzipiert war. Die Sonderschau zum Thema Heimarbeit gewann aus Sicht der Organisatoren auch wegen der Coronapandemie und der Folgen für die Arbeitswelt an Aktualität. Denn in fast allen Bereichen wurde das Arbeiten im Homeoffice plötzlich unfreiwillig zur Normalität.

So wie die Ausstellung will auch das Buch den Fokus auf die Vergangenheit der Heimarbeit in der Region richten, die nicht zuletzt auch im Textilgewerbe bis in die 1980er-Jahre hinein verbreitet und historisch gewachsen war. Nach Angaben der Verantwortlichen vermittelt die neue Publikation die Geschichte der erwerbsmäßigen Heimarbeit, von der Strumpfwirkerei des ausgehenden 17. und beginnenden 18. Jahrhunderts bis hin zur Trikotagenindustrie zu DDR-Zeiten. Erzählt werde dabei auch vom Arbeitsalltag, den wirtschaftlichen Bedingungen und vom Unterschied zu selbstständiger gewerblicher Tätigkeit oder zur Arbeit in betrieben.

Nach Angaben des Buches erlebte die Heimarbeit in der Region einen Boom in der Handschuhindustrie. Dort besaß die Region Limbach-Oberfrohnas vor dem Ersten Weltkrieg eine monopolartige Stellung in der Branche, heißt es dazu. In diesen Jahrzehnten bewegte sich die Wahrnehmung der Heimarbeit zwischen einer vermeintlichen Produktionsidylle innerhalb der eigenen vier Wände und weit verbreitetem Elend. Zu DDR-Zeiten wurde die Heimarbeit dann eine Begleiterscheinung der Trikotagenindustrie, wo Näherinnen ihren Arbeitsplatz in der Wohnung hatten. Mit zunehmender Rationalisierung verlor diese Art der Arbeit jedoch an Bedeutung. Diese Epoche wird auch mit Erinnerungen von Zeitzeugen illustriert.

Das Buch ist zu einem Preis von 14,90 Euro im Esche-Museum, in der Stadtinformation in Limbach-Oberfrohna sowie im Buchhandel und beim Mironde-Verlag erhältlich.

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