Neues Duo aus Burgstädt spielt ungewöhnliche Musik

Zwei Freundinnen haben Violine und Akkordeon erlernt. Im Repertoire haben die beiden nicht nur Klassiker.

Burgstädt.

"Zeyer ersther krem - so heißt ein neues Musik-Duo in Burgstädt. Den ungewöhnlichen Namen haben sich die beiden Gymnasiastinnen Luisa Marlen Friedrich und Gwendolin Kyra Unger deshalb gegeben, weil sie sich der Klezmer-Musik verschrieben haben. Das ist eine aus dem Judentum stammende Volksmusiktradition. Die Mädchen übersetzen den Namen mit "Klezmer, aller erster Sahne dargeboten". "Uns hat es die jiddische Spielweise angetan, wir begeistern uns für die Stilrichtung des Klezmer", präzisiert Gwendolin Kyra. Beide besuchen die zwölfte Klasse am Burgstädter Gymnasium und kennen sich vom Unterricht an der Musikschule Mittelsachsen. "Durch regelmäßige Auftritte während unserer Ausbildung, wie etwa die Kammerkonzerte, haben wir die gemeinsame Begeisterung für diese Spielweise entdeckt und beschlossen, dieser eine künstlerische Basis zu geben", fügt sie hinzu. Zudem sei sie von einer früheren Mitschülerin inspiriert worden. So sei die Idee für die Duo-Gründung gekommen, erzählt die 18-Jährige, die in Auerswalde wohnt.

Während sie seit zwölf Jahren den Bogen zu führen lernt und die Violine zum Erklingen bringt, greift ihre 19-jährige Mitspielerin in die Tasten bzw. Knöpfe und versteht, den Blasebalg zu führen. "Ich erlerne seit 13 Jahren das Akkordeon", so Luisa Marlen. Sie pflegt ihr Hobby mit einem besonderen Anspruch: "Dieses Instrument wird landläufig immer mit Volksmusik in Verbindung gebracht. Packe ich das Akkordeon aus, raunen Beobachter ahnungsvoll: Ah, Polka- und Walzer-Sound. Doch ich will zeigen, dass mit diesem Instrument mehr als Shantys und der Schneewalzer zu intonieren sind", sagt die Burgstädterin und beschreibt das angestrebte musikalische Herangehen: "Es muss ballern". Es mache Laune, Achtel- und Sechszehntel-Noten tanzen zu lassen, den Takt zu variieren. Gerade das ermögliche die Spielweise des Klezmers: zupackend und launig, eigene Emotionen und die der Zuhörer von heiter bis melancholisch aufgreifend. Nicht streng dem Rhythmus verpflichtet, gelinge es, gefühlvoll im Tempo anzuziehen oder dieses zu verschleppen. "Das mag ich gegenüber dem klassischen Repertoire besonders. Das Element des Improvisierens ist reizvoll, man unterliegt keinem Zwang, dem namhaften Komponisten gerecht zu werden", sagt sie.

Sascha Aurich

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Nach und nach erschließen sich die jungen Akteure ihr Publikum, finden bei Veranstaltern in der Region Spielgelegenheiten. So gastierten sie in der Dorfgalerie Auerswalde und gaben den Kunstbegegnungen ihren speziellen Klang. Musik soll für Gwendolin Kyra Unger auch beruflicher Begleiter werden. "Ich möchte Gymnasiallehrerin für Französisch und Musik werden". Ein Studium an der Uni in Leipzig plant auch ihre Freundin. "Englischlehrerin ist mein Ziel." Luisa Marlen Friedrich ist guter Dinge, dass der gemeinsame Ausbildungsort das weitere Musizieren ermöglichen wird. Doch jetzt haben beide zuerst ein anderes Projekt zu meistern: Die Abitur-Prüfungen stehen auf der persönlichen Agenda.

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