Neues Party-Konzept kommt gut an

Viele der 1300 Gäste haben das erstmals angebotene Rockkonzert bei der Impulsiva genossen. Die Organisatoren eines anderen Festes ärgerten sich indes über die Veranstaltung im Freibad.

Rußdorf/Dürrengerbisdorf.

Tanzen und feiern bis fünf Uhr morgens, und das unter freiem Himmel - 1270 Gäste bei der Impulsiva-Party im Sonnenbad Rußdorf wollten sich diese Gelegenheit in der Nacht zu Sonntag nicht entgehen lassen. Damit kamen etwa ebenso viele Besucher wie bei der jüngsten Auflage 2016. Der Rekordwert von 2014, als gut 1800 Gäste gezählt worden, blieb aber unerreicht. Die Impulsiva-Party im Freibad war 2012 ins Leben gerufen worden.

"Ich hatte etwas mehr Besucher erwartet, bin aber trotzdem zufrieden", sagte Wolfgang Dorn am Sonntag. Der Chef des Stadthallen-Teams, das die Veranstaltung organisiert, nannte die verhältnismäßigen kühlen Temperaturen als einen möglichen Grund, warum einige potenzielle Besucher den Weg nach Rußdorf letztlich doch gescheut haben. "Am Sonntagmorgen um drei Uhr waren es nur neun Grad", berichtete Dorn - kein Vergleich zu den Nächten nur wenige Tage zuvor, als das Thermometer nicht unter die 20-Grad-Marke gefallen war. "Tanzen in T-Shirt und kurzer Hose war kaum möglich", verdeutlichte der Stadthallen-Chef. Trotzdem nutzten einige ganz Hartgesottene den ungewöhnlichen Ort für eine Party sogar, um in Badeklamotten ins Becken zu springen und von dort der Musik zu lauschen.

Erstmals fand im Rahmen der Impulsiva ein Livekonzert statt. Die Band Bellbreaker aus Frohburg überzeugte nicht nur mit ihrer Interpretation von AC/DC-Klassikern, sondern hatte auch eine beeindruckende Pyrotechnik-Show vorbereitet. "Die Stimmung war toll, das Konzept ist aufgegangen", bilanzierte Dorn. Das sahen die meisten Feiernden genauso (siehe Infokasten). Nur einige Jugendliche äußerten Kritik daran, dass die Veranstalter mit dem Rockkonzert gezielt ältere Besucher ansprechen wollten. Zu späterer Stunde war klar zu sehen, welche Musikstile die verschiedenen Altersgruppen bevorzugen: Während vor der Rockbühne überwiegend Besucher der Generation Ü30 tanzten, war das Publikum vor der Hiphop- und Black-Music-Bühne wesentlich jünger. Nur der dortige DJ passte nicht in dieses Schema: Der Chemnitzer Dirk Duske feierte am Samstag seinen 48. Geburtstag.

Gefeiert wurde am Wochenende auch in Dürrengerbisdorf. In einem der kleinsten Ortsteile von Limbach-Oberfrohna fand das dreitägige Teichfest statt, zu dem Hunderte Besucher kamen. "Es ist perfekt gelaufen", sagte Harry Nagel vom ausrichtenden Feuerwehrverein am frühen Sonntagabend. Als Höhepunkte nannte er das Konzert einer Oldieband, das Wettnageln, das eine Wolkenburger Mannschaft für sich entschied, sowie den Kindernachmittag mit einer Rallye am Sonntag. Auch das Wetter sei günstig gewesen, erklärte Nagel. "Es war nicht zu kalt und nicht zu warm."

Ein Wermutstropfen war für den Dürrengerbisdorfer jedoch, dass am Samstagabend nur wenige Jugendliche erschienen. Er führt das auf die Impulsiva zurück, auf die er generell nicht gut zu sprechen ist. Denn nicht zum ersten Mal fanden Teichfest und die Party im Freibad, zu dessen Vorprogramm ein Ostrockkonzert am Freitag gehörte, am selben Wochenende statt. Lange im Voraus müsse er die Stadtverwaltung darüber informieren, wann das Teichfest stattfindet, erklärte Nagel. "Wozu gibt es überhaupt einen Veranstaltungskalender, wenn man sich am Ende doch gegenseitig Konkurrenz macht?", fragte Nagel.

Wolfgang Dorn sieht das anders. Beim Ostrock-Konzert könne es geringe Überschneidungen mit dem Publikum des Teichfestes geben, erklärte er. Bei der Party sei dies aber so gut wie ausgeschlossen. "Wer zu einem Feuerwehrfest mit Wettnageln geht, kommt nicht zur Impulsiva", betonte Dorn. Deshalb halte er Absprachen zwischen den Organisatoren beider Veranstaltungen nicht für nötig.

Wann die nächste Auflage der Impulsiva-Reihe stattfindet, ist noch unklar. Eigentlich sollte sie laut Dorn am 3. November in der Stadthalle über die Bühne gehen. Da das Publikum tendenziell älter werde, sei es aber auch denkbar, die Veranstaltung durch eine Party mit Musik der 1990er-Jahre zu ersetzen. Unabhängig von der musikalischen Ausrichtung soll das Feuerwerk, auf das in Rußdorf wegen der Waldbrandgefahr verzichtet worden war, dann auf dem Limbacher Rathausplatz nachgeholt werden.


Stimmen von Impulsiva-Gästen: "Wir kommen wieder"

Lina Pfoh (22) aus Mittweida besuchte die Party gemeinsam mit zwei Freundinnen. "Wir treffen auf der Impulsiva viele Bekannte. Das neue Konzept mit der Live-Band ist gut - noch besser wäre dabei allerdings eine andere musikalische Ausrichtung."

Thomas Steiniger (46) aus Chemnitz: "Ich bin zum zweiten Mal hier. Es ist schön, dass mit der neuen Bühne noch einmal eine andere, eher ältere Zielgruppe angesprochen wird. Und wer die Rock-Musik nicht mag, kann dennoch an der anderen Bühne weiterfeiern."

Bernard Rietschel (23) aus Limbach hatte einen kurzen Weg. Auch er hatte zur Impulsiva einige Freunde mitgebracht. "Das Konzept gefällt uns sehr gut: Livemusik oben und die Möglichkeiten zum Tanzen unten am Wasser. Je nach Geschmack kann man wählen, wo man hin möchte. Wir sind zum ersten Mal bei der Impulsiva und werden auf jeden Fall wiederkommen." (eruh)

Bewertung des Artikels: Ø 3 Sterne bei 2 Bewertungen
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...